Johanna und Patrizia

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Johanna und Patrizia

Johanna und Patrizia

Stayhungry

Er kennt meine Sehnsucht nach Zärtlichkeit und mein übermächtiges Verlangen, mich fallen zu lassen und willenlos genommen zu werden. Und habe ich so richtig Lust, ihn zu lenken und in den Wahnsinn zu treiben, weiß er doch genau, wie er mir seine Gefühle, seine Erregung spüren lassen kann – ohne Worte, ohne Anleitung!“

„Wow! Dich hat's ganz schön erwischt! Und deine Mutter fand ihn langweilig“, merkte Pat grinsend an.
„Ja, meine Mutter, die wollte immer höher hinaus, und drum ist sie tot. Aber ihr und diesem ungestillten Hunger verdanke ich mein Leben. Es ist, wie es ist, und K. war sich bei ihr wahrscheinlich sehr bald im Klaren, dass er ihr nicht genügt. Das ist bei mir nicht so. Bei mir hat er nur Angst vor seinem Alter, das er mir nicht zumuten will. Ich bin sicher, er verlässt mich für eine Ältere!“, bekannte sie mit einem bedauernden Lachen.
Pat zuckte die Schultern! „Was ich so sehe, hat es ihn auch schwer erwischt mit dir! Er war schon ewig nicht mehr so ruhig und energiegeladen zugleich. Du tust ihm gut! Wie sollte er dich verlassen?“
Johanna kuschelte sich wieder in Patrizias Arme. „Hast du nie was mit K. versucht?“
Pat schüttelte lachend den Kopf. „Ich hab’ immer gewusst, dass ich Frauen liebe! Nein, es lockt mich gar nicht. Ich mag die Jungs in der Band, sie sind echt gute Kumpel. Obwohl sie so richtig Krach machen, sind sie wirklich nachdenklich und einfühlsam. Keiner von denen ist so eine Dumpfbacke, die meint, man könne eine Lesbe bekehren. Ich bin nicht ein bisschen bi, so wie es bei dir aus Neugier vielleicht ist. Wie gesagt, du hast etwas ausprobiert und ich muss wieder allein zurechtkommen“, seufzte Patrizia melancholisch.

„Ob ich nur was ausprobiert habe, da bin ich mir nicht so sicher“, erwiderte Johanna ernst. Patrizia zog die Augenbrauen hoch, sagte aber nichts. Sie schmiegte sich nur wieder eng an sie und Johanna küsste ihre Tränen weg.

*

„Und? Wie ist es euch ergangen?“, fragte K. schlaftrunken, als Johanna im Morgengrauen zu ihm ins Bett kroch.
„Sie ist wirklich wunderbar!“, bekannte Johanna mit trauriger Miene im Halbdunkel des anbrechenden Tages.

„Aber es ist viel schlimmer!“, schluchzte sie. „Sie erinnert mich so sehr an Mama!“

Das hatte K. erwartet, und es blieb ihm nur, sie fest in die Arme zu schließen, denn einen Trost wusste er nicht.

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