Irgendwie nervten mich diese klumpigen Dinger damals noch, weil sie den kompletten Schreibtisch einnahmen. Laptops gab es natürlich auch noch nicht. Jedenfalls nicht zum erschwinglichen Preis. So kaufte ich mir nach langem Überlegen einen „Sharp Frontwriter“. Acht Zeilen auf LCD Display. Eingebauter Drucker und 3,5‘er Diskette (habe ich kürzlich erst weggeworfen). Das Format ließ sich zum Glück konvertieren.
„Timea“ wurde also digitalisiert, ...erfuhr eine erste Korrekturstufe, ...und wurde schließlich ausgebaut. - Noch lange nicht perfekt (und ist auch nie wirklich perfekt geworden), aber immerhin...
Irgendwann reichte ich das Manuskript dann bei zahlreichen Verlagen ein. Schon ein paar geeignete Adressen heraus zu suchen, war damals enorme Fußarbeit. Viel peinliches Gestöber in den Schmuddelecken von Bahnhof-Buchhandlungen und Sexshops…
Die zu diesem Zeitpunkt vorliegende Version war lediglich „Stark Erotisch“. Also versuchte ich es natürlich auch bei den seriösen „Billig-Buch-Verlagen“.
‚Mein Gott, hat das Porto gekostet!‘ Jeder Dritte machte sich wenigstens die Mühe, mir eine Absage zu schicken. Ein Jahr später, ich hatte es eigentlich schon längst aufgegeben, kam dann tatsächlich eine positive Antwort von einem echten „Porno-Buchverlag“.
Zitat:
„Aber wir wollen mehr Text. ...Und mit Blick auf unsere Leserschaft, lange Strecken mit sehr hartem, saftigen, plakativen Sex“.
Nun, den habe ich ihnen dann auch gegeben. Ich war schließlich jung und brauchte das Geld…
Der damalige Originaltitel lautete „TIMEA - die porn-erotischen Abenteuer einer geraubten Prinzessin“. Das Buch sieht von außen ganz hübsch aus. Eine nackte, vollbusige „Tusche-Timea“ auf dem Cover, die sich mit Streitaxt und Schild gegen eine sie umschlingende Riesenschlange verteidigt.
Im Inneren ist der Text mit zahlreichen pornografischen Bildern unterlegt, die so gar nicht mein Geschmack sind. Aber immerhin: Ein erstes, eigenes Buch.
Und siehe da, der nächste Verlag folgte dann plötzlich auf den Fuß. Nahezu parallel. Ich hatte inzwischen nicht aufgehört zu schreiben und mehrere Eisen ins Feuer geschoben.
S&M war jetzt angesagt. Und das konnte ich ganz gut in nette Geschichten verpacken. Der Shitt verkaufte sich wie geschnitten Brot. Vier bis fünf Bücher pro Jahr. Auch in diesem Bereich war ich zwar nicht perfekt, aber dennoch deutlich besser als die meisten anderen Schmuddelbuchautoren am Markt.
Ich verstehe bis heute nicht, wie sich beispielsweise „Fünfzig Schattierungen von Grau“ so gut verkaufen konnte. Ist doch echt fader Mist…
Doch zurück zu Timea. Das viele auf und ab „Pornifizieren“, ...tut einem Text nicht wirklich gut. Was hier letztendlich vorliegt, ist bestimmt die achte Überarbeitungsstufe. Ich bin längst nicht mehr der selbe Autor, ...und auch nicht wirklich zufrieden. Hätte ich es komplett neu geschrieben, am Ende wäre es gewiss deutlich runder geworden, ….und schlussendlich auch deutlich weniger Arbeit gewesen.
Ich danke den Leser/innen die es bis hierhin geschafft habenfür ihre Geduld.
P. Hu.
@ganode
schreibt PeterHu
Kopf hoch, Peter!
schreibt ganode