Er bat Pola darum, sich etwas anzuziehen, während er Ferdi seine Version des Geschehens darlegte. „Du brauchst dir keine Gedanken zu machen, mein Liebster. Pola braucht diese Form der Zuwendung, um an ihre Leistungsgrenze zu kommen. Gib mir einen Kuss, ich kann es nicht ertragen, wenn du böse auf mich bist.“ Pola schmunzelte, als sich die beiden Männer innig umarmten. Sie hatte Josefs Erregung gespürt, als er ihren Popo mit seiner sehnigen Hand bearbeitete. Konnte ein schwuler Mann eine Erektion bekommen, wenn er einem 20-jährigen Mädchen den Hintern verhaut? Pola konnte diese Frage nicht sicher beantworten, aber sie wusste, dass Josef ein Faible für ihren gut gebauten Popo entwickelt hatte. Für Pola war Josefs und Ferdis Neigung nichts Besonderes. Homosexualität wurde geahndet und war per Gesetz verboten. Doch in Prag gab es genügend Treffpunkte für schwule Männer und lesbische Frauen, die zumeist von der Polizei in Ruhe gelassen wurden. Die Sittenpolizei, der Oberinspektor Martin Svoboda vorstand, konzentrierte sich mehr auf die illegale Prostitution, wie auch Polas Freundinnen Valenta und Darina schon leidvoll erfahren hatten. Pola zupfte ihr Kleid zurecht, wobei sie sich über die brennende Kehrseite fuhr. „Ich werde dann gehen, Herr Bartok. Ich wünsche ihnen beiden noch einen schönen Abend.“ Ferdi fand Gefallen an Pola. Die junge Frau war sehr höflich und offensichtlich nicht mit Vorurteilen belastet. Was war schon dabei, wenn es Josef gefiel, ihr einmal in der Woche den Hintern zu verhauen? Als Ferdi Josefs Zunge an der seinen spürte, wurde ihm klar, dass er sich keine Sorgen zu machen brauchte. Während die Männer Arm in Arm den Heimweg antraten, hatte Pola eine ungewollte Begegnung. Trotz der Warnungen von Frau Meyen, sie solle die Winkelgasse meiden, nutzte Pola doch diese Abkürzung, um nach Hause zu kommen.
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