Josefs Versuchung

Prager Winkelhuren

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Josefs  Versuchung

Josefs Versuchung

Andreas

Der Oberinspektor Martin Svoboda kam von einem Umtrunk, den er in seinem Stammlokal zu sich genommen hatte. Martin war außer Dienst, beobachtete aber dennoch aus alter Gewohnheit die Umgebung. An einer Straßenkreuzung entdeckte er Pola Blecha, die er erst vor Kurzem im Polizeirevier angetroffen hatte. Die vermeintliche Prostituierte entpuppte sich als Tochter des bekannten Tuchfabrikanten Karel Blecha aus Kalin. Der wohlhabende Herr erschien persönlich auf der Wache, da er seine Tochter suchte, die er vom Ballettunterricht abholen wollte. Pola bezog von ihrem erbosten Papa eine ordentliche Abreibung, die ihr für etliche Tage das Sitzen verleiden sollte. Pola erschrak, als ihr der Oberinspektor den Weg versperrte.

„Guten Abend, Fräulein Blecha. Kann es sein, dass ihr Vater mich darum bat, ihm Bescheid zu geben, wenn ich sie erneut in der Winkelgasse antreffe? Ich bin gespannt, was sie mir als Erklärung anbieten können.“ Pola wurde ganz warm. Sie liebte zwar das Spiel mit dem Feuer, aber auf diese Begegnung hätte sie liebend gerne verzichtet. „Guten Abend, Herr Oberinspektor Svoboda. Ich komme vom Ballettunterricht und habe dabei diese Abkürzung genutzt, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Könnten sie nicht ein Auge zudrücken? Mein Vater neigt dazu, sich sehr schnell aufzuregen, vor allem dann, wenn er falsche Schlüsse zieht.“ Martin Svoboda konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Pola wirkte wie ein ängstliches Schulmädchen, das sich vor dem strengen Papa fürchtet. Dabei war sie ein durchtriebenes Luder, das es faustdick hinter den hübschen Ohren hatte. Martin Svoboda beschloss, auf ihr Spiel einzugehen. „Sie führen ein Doppelleben, Fräulein Blecha! Ich habe gehört, dass sie nicht nur Frau Meyens Ballettschule besuchen, sondern auch in einem ihrer Etablissements gewissen Tätigkeiten nachgehen.

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