Josefs Versuchung

Prager Winkelhuren

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Josefs  Versuchung

Josefs Versuchung

Andreas

Wenn das ihr Vater erfährt, wird er nicht gerade erfreut sein.“ Polas rechte Hand strich über die höchste Wölbung ihres Rocks. Sie schaute den Oberinspektor aus scheuen Augen an, während ihre Stimme eine weinerliche Klangfarbe annahm. „Oh mein Gott, Papa darf nichts davon wissen. Er ist furchtbar streng und wird in seinem Furor zum Stock greifen. Gibt es denn gar keine Möglichkeit, wie wir diese heikle Sache auf diskrete Weise aus der Welt schaffen können?“ Die gab es natürlich und Martin Svoboda nannte sie sogleich beim Namen. „Ich hätte da einen Vorschlag, Fräulein Blecha. Sie begleiten mich zu Frau Meyens Etablissement. Dort werde ich ihnen erklären, was für eine Alternative in Frage käme.“ Pola schwante nichts Gutes, aber es blieb ihr keine andere Wahl, als dem Polizeibeamten zu gehorchen. So betrat sie mit Martin Svoboda das Gebäude, in dem sie erst vor einigen Tagen einen ihrer Stammkunden empfangen hatte. Polas Problem bestand nicht darin, sondern in der heutigen Ballettstunde. Ihr Hintern brannte noch immer von Josefs Hand und wenn sie Martin Svoboda richtig einschätzte, hatte er es exakt auf diesen Körperteil abgesehen. Mirko stand an der Rezeption und machte ein erstauntes Gesicht, als er Pola an der Seite des Oberinspektors sah. „Wir bräuchten ein freies Zimmer, Mirko!“, forderte der Beamte in forschem Tonfall. Mirko gab ihm einen Schlüssel. „Nummer 12 steht zu Ihrer Verfügung, Herr Oberinspektor Svoboda.“ Es kam nicht oft vor, dass ein Polizist mit einer der Frauen das Haus betrat. Doch Mirko hatte schon einiges erlebt, seit er vor mehr als 10 Jahren diese Stelle angetreten hatte. Pola reagierte auf Mirkos mitleidigen Blick mit einem Achselzucken. Sie tat Mirko leid, da er Martin Svobodas Vorlieben aus Valentas und Darias Erzählungen einschätzen konnte.

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