Josie Teil 7

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Josie Teil 7

Josie Teil 7

Gero Hard

„Dann mach du mal dein Testament. Ich geh mich saubermachen und dann wieder zu den anderen. Wann soll ich packen?“
Der Gedanke, ihn hier allein zurückzulassen, machte mich ängstlich und traurig. Noch immer hatte ich die leise Hoffnung, er würde von seinem Plan, uns alle nach Monaco zu schicken, doch noch absehen.
„Packen kannst du später! Ich muss erst noch wegen der Flüge telefonieren. Wenn keine Plätze mehr frei sind, müsste ich chartern. Beides ist nicht ganz ungefährlich für euch.“
Langsam lösten sich unsere Finger voneinander. Dann zog ich meinen Slip hoch um ihn als Saftfänger zu nutzen, als ich von der Schreibtischkante rutschte. Ich musste dringend ins nächstgelegene Bad, spürte wie die Sahne zäh aus mir heraussickerte. Er musste mich ordentlich abgefüllt haben, denn die Menge, die sich nun in meinen Slip sammelte, passte gut zu dem Eindruck, den ich schon bei seinem Erguss hatte.

****

Shiva und Raoul grinsten fast schon unverschämt, als ich wieder einigermaßen hergestellt zu ihnen kam.
„Na Schwippschwägerin?“, legte ich Shiva meine Hand auf die Schulter.
„Er hat es dir gesagt?“, fragte sie unsicher.
„Ja, hat er! Er ist mir gegenüber immer sehr ehrlich, was seine Geheimnisse angeht. Auch, wenn es manchmal einen besonderen Anlass braucht, damit ich es erfahre.“, lachte ich.
„Er ist so ein lieber Kerl! Schade, dass uns zwanzig gemeinsame Jahre fehlen.“, sah sie mich traurig an.
„Dann holt ihr die jetzt eben alle nach.“, zog ich sie in meine Arme.
Shiva sperrte sich erst ein wenig, solche Umarmungen war sie anscheinend nicht gewohnt. Daran würde sie sich gewöhnen müssen, wenn sie weiter an meiner Seite bleiben sollte, und davon ging ich zurzeit aus. Dann wurde sie weich im Rücken, erwiderte dann doch meine Umarmung, wenn auch zaghaft.
Ich wusste ja schon, dass sie solche Nähe nicht gewohnt war. Vermutlich fiel es ihr sowieso schwer, fremde Menschen in ihren Dunstkreis zu lassen. Deswegen war ich ihr auch nicht böse.

„Komm, wir suchen dir einen Bikini von mir raus! Und dir verpasse ich eine Badehose von Chris.“, bestimmte ich über die zwei Bodyguards, die mich gleichzeitig entgeistert ansahen.
„Ne, mit Raoul fahre ich gleich in die Firma! Es ist dringend und duldet keinen Aufschub! Außerdem glaube ich, dass der Schütze für’s Erste verjagt ist. Macht ihr Frauen euch mal einen relaxten Tag am Pool, und passt mir auf die arme Franzi auf!“
Shiva ging auf Raoul zu, der verloren mitten in der Halle stand. „Pass auf dich auf!“, raunte sie ihm zu und drückte ihm einen leichten Kuss auf die Wange und stand mit einem schnellen Satz wieder an meiner Seite.
„Du und Raoul?“, flüsterte ich ihr, neugierig wie ich nun mal war, zu.
„Es ist kompliziert.“, antwortete sie kurz, lächelte aber dabei.
„Wieso, er sieht doch nicht schlecht aus?“, konterte ich.
„Das schon, aber er … nimmt anabole Steroide und andere Muskelaufbaupräparate.“, erklärte sie sehr zögerlich.
„Ja und?“, stand ich Dummerchen echt auf dem Schlauch und zuckte ahnungslos mit den Schultern.
„Er kriegt keinen ... ich meine, dicke Eier, kleiner Pimmel, Haarwuchs wie Sau, aber wenn’s drauf ankommt, Totentanz in der Unterhose.“, sah sie enttäuscht nach unten.
„Ach du Scheisse! Stimmt, davon hab ich schon mal gehört. Das tut mir leid! Aber du magst ihn?“
„Eigentlich ja, er ist ein lieber Kerl und eine absolut treue Seele. Manchmal kuscheln wir auch miteinander, wenn uns danach ist, aber sonst …“
„Sonst klappt es nicht, stimmts?“
Sie sagte nichts, nickte nur traurig.
„Aber wehe du plauderst das aus, das ist mir so peinlich. Ich wünschte, ich hätte es dir erst gar nicht erzählt. Ich olles Plappermaul! Sonst bin ich nicht so. Eigentlich rede ich so gut wie nie über Privates. Und nun … Mist!“
Ich bohre besser nicht weiter nach. Jedes weitere Salzkorn in der Wunde würde ihr unnötig Schmerzen zufügen. Ich sah ihr an, wie es in ihr arbeitete, fand bestätigt, dass es ihr peinlich war, aus dem intimen Nähkästchen erzählt zu haben. Und dann noch über jemanden, der nicht anwesend war.
Ich hielt ihr einen schwarzen Bikini hin, den ich länger nicht getragen hatte, weil er mir nicht mehr so gefiel.
„Anziehen!“, bestimmte ich.

Sie besah sich das winzige Stück Stoff, ihre Augen zuckten kurz hoch und fanden meinen Blick, dann sah sie wieder nach unten. Dabei befühlte sie den Stoff, drehte ihn in ihren Händen. Ich bemerkte, dass sie nach einer Möglichkeit suchte, um sich umziehen zu können und schickte sich an, rauszugehen.
„Wo willst du hin?“, hielt ich sie am Arm fest.
„Ins Bad, mich umziehen, was sonst?“
„Shiva, ich bin auch eine Frau! Habe Brüste, eine Schamspalte und auch ne Pussy. Was also hast du, was ich noch nicht kenne? Es ist doch völlig normal, zum Beispiel nach dem Sport zusammen zu duschen, hier in Deutschland jedenfalls. Ich habe schon öfter nackte Frauen gesehen, glaub mir!“
„Josie … ich … das ist mir alles fremd. Noch nie habe ich … ich meine …, so was macht man in den USA nicht! Da durfte mir mein Papa nicht mal die Hose aufmachen, wenn ich als kleines Kind aufs Klo musste. Die hätten den sofort eingesperrt! Oben ohne ist an den meisten Stränden verboten … und … na ja … mein Exfreund wollte immer, dass das Licht ausgemacht wurde, wenn wir …! Ich schäme mich so für meinen Körper!“
So was in der Art dachte ich mir schon. Das es so schlimm um sie stand, allerdings nicht. Ich ließ sie einfach stehen, verzichtete auf einen Kommentar. Bei so einem schweren Fall half nur Schocktherapie.
Ich brauchte etwa eine halbe Minute, bis meine Jeans auf dem Boden lag. Eine weitere Hälfte, um mein Shirt in die Ecke fliegen zu lassen, und noch eine, um mich meiner Unterwäsche zu entledigen.
Shiva stand da, wollte schamhaft zu Seite oder nach unten sehen. Kurz erwischte ich sie sogar dabei, wie sie sich die Augen zuhalten wollte.
„Nicht! Guck her! Siehst du, alles dran, was bei dir auch dran ist. Und jetzt raus aus den Klamotten, zack, zack!“
Nackt wie ich war machte ich zwei Schritte auf sie zu und stand nun dicht vor ihr. Sie wehrte sich nicht, als ich ihr die Hose aufmachte. Auch nicht, als ich ihr das dicke Sweatshirt über den Kopf zog. Sie hob sogar leicht die Arme an, um es mir überhaupt möglich zu machen.

Jetzt verstand ich sie ein wenig, warum sie sich für ihren Körper schämte. Ihrer war wie aus Stein gehauen. Stahlhart trainiert, jeder Muskel deutlich zu sehen. Vor allem dann, wenn sie sich bewegte. Ihr Hintern, nicht wie meiner weich gepolstert, sondern fest, als hätte man ihn aus Silikon geformt. Ihr BH, ein nahezu durchsichtiger Push-Up, mit größtmöglichem Effekt, denn ihre Brüste waren nur eine kleine Handvoll Muskeln, hatten kaum vorhandene Warzenhöfe und stecknadelkopfgroße-, besser, kleine Nippel. Zusammengefasst war sie zweifelsfrei eine Frau, mit allem was dazugehörte. Soweit ich das trotz ihrer Unterwäsche erkennen konnte.
„Den Rest schaffst du ja wohl allein.“, deutete ich kurz auf ihren Slip und drehte mich um, weil ich mir nun selbst Schwimmzeug aussuchen wollte. Gefühlt hatte ich mich gerade erst von ihr abgewandt, hatte es kaum rascheln gehört, schon gar nicht hatte ich in der kurzen Zeit einen passenden Bikini für mich gefunden, als ich sie von hinten schüchtern flüstern hörte.
„Sowas kann ich nicht anziehen, man sieht ja alles! Oder was denkst du?“
„Blödsinn, das sieht toll aus, man sieht überhaupt nichts! Alles sittlich einwandfrei und bestens verdeckt.“
Mit zusammengedrückten Beinen stand sie da, schüchtern, sichtlich rot im Gesicht, wenn man das unter ihrer dunklen Haut hätte erkennen können. Eine Hand vor ihren Brüsten, die andere vor ihren Venushügel gedrückt.
Ich drehte mich wieder um und suchte weiter nach passender Badekleidung. Mir machte es nichts aus, dass sie mir direkt auf die Pflaume sehen konnte, wenn ich mich tiefer zu der unteren Schublade bücken musste. Das meine, auch nicht so großen Titten dabei frei herumbaumelten, machte mir ebenso wenig was aus.

****

In dem flauschigen Bademantel fühlte sich Shiva gleich um einiges wohler. Unsere Badelatschen klatschten im Takt der Stufen, als wir die Treppe herunterkamen. Chris stand am Fuß der Treppe und sah zu uns hoch. Er lächelte und flüsterte Falk was ins Ohr.
„Oh ja!“, rief er und konnte nicht schnell genug vom Arm seines Vaters kommen.
Wie, als gäbe es einen Preis zu gewinnen, rannte er an uns vorbei nach oben, direkt in sein Zimmer. „Hab’s gleich!“, brüllte er von oben runter, „Bin sofort fertig!“
„Ihr nehmt ihn doch mit in den Pool?“, fragte Chris unsicher.
„Natürlich! Als seine Tante übernehme ich den Job gerne.“, lachte Shiva.
Chris nahm mich sofort in seine Arme, als ich vor ihm stand. „Hast du schon mit Shiva über Falk gesprochen?“, wollte er wissen.
„Nein, das hat auch noch Zeit, finde ich.“
Weiter kam ich nicht, weil Falk die Stufen viel zu schnell für seine Größe heruntersprang. Shiva ging gleich in die Hocke und fing ihn auf, als er die letzten zwei Stufen stolperte und ins Trudeln kam.
„Habt einen schönen Nachmittag.“, drückte Chris erst mich, dann Shiva und gab Falk einen Kuss auf die Stirn, „ich fahre jetzt mit Raoul in die Firma. Sind zum Abendbrot wieder zurück.“
Kurz sahen wir den Männern noch nach, dann trotteten wir nach unten in den Keller. Dies war offensichtlich ein Bereich, in dem Shiva noch nie war. Erstaunt blieb sie mit offenem Mund stehen und drehte sich einmal im Kreis.
„WOW!“, staunte sie und ging zu den Liegen, die nahe dem Durchgang zur Sauna und dem Fitnessraum standen. „Hier könnte ich es aushalten.“, ergänzte sie lächelnd, „da hast du dir einen dicken Fisch geangelt, Josie!“
„Ja, ist ganz nett. Aber mich beeindruckt der Reichtum und der ganze Schickimicki-Scheiss nicht. Ich hab mir noch nie viel aus Geld gemacht. Meine Eltern sind auch nicht reich und deshalb wurde ich auch so erzogen. Manchmal erdrückt es mich, aber ich liebe Chris als Menschen, als Mann, und nicht, weil er seine Kohle regelmäßig umschichten muss, damit es von unten nicht schimmelt. Er würde mir alles kaufen, ich weiß das, aber ich will es nicht, leider versteht er’s 
nicht.“
„Er liebt dich eben!“
„Ja, das tut er wirklich! Ich ihn auch.“
Falk wurde unruhig. Ihm stand mehr der Sinn nach dem Wasser und nicht nach unserem Geschnatter, von dem er sowieso nichts verstand.
Shiva stellte den kleinen Kerl auf die Fliesen und sofort rannte er Richtung Treppe. Er war damit aufgewachsen und wusste, dass er vorsichtig sein musste. Und dennoch ließen wir ihn nicht aus den Augen, als wir unsere Bademäntel auf die Liegen legten.

Den Nachmittag tobten wir abwechselnd mit ihm, schwammen ein paar Runden, oder lagen einfach zur Entspannung auf den Liegen. Eine von uns war immer in Falks Nähe, bis er völlig abgekämpft auf einer Liege einschlief. Allerdings nur so lange, bis ihn die Stimme von Franzi aufweckte. Mit gesenktem Blick und einem Handtuch über dem Arm, stand sie an der Treppe. Sie trug denselben, altertümlichen Badeanzug, wie schon auf unserer ersten Bootstour.
„Ich will nicht mehr allein sein, darf ich bei euch bleiben?“
Falk sprang auf und lief ihr entgegen. Er hatte sie den Nachmittag über vermisst, aber nicht weiter nach ihr gefragt, weil er gesehen hatte, dass wir sie in ihr Bett gelegt hatten und der Arzt bei ihr war. Erstaunlich, wie rücksichtsvoll er schon in seinem Alter sein konnte. Vermutlich haben Kinder schon sehr früh eine Antenne für so was.
Es machte den Eindruck, als sei Franzi sogar froh über die Attacke. Endlich hatte sie wieder etwas, was sie von dem Attentat ablenkte. Achtlos ließ sie das Handtuch fallen, schnappte sich den jungen Mann und stürzte sich mit ihm in die Fluten.
Shiva und ich blieben auf den Liegen. Die Entspannung tat uns auch gut. Von Ruhe, konnte allerdings nicht die Rede sein, denn Falk hatte bald seine alte Energie zurückgewonnen und tobte ausgelassen mit Franzi im Wasser herum.
Shiva hatte sich auf die Seite gedreht und scannte mich. Ihre Blicke hinterließen eine Spur auf meiner Haut.
„Ich wäre gern wie du.“, stellte sie leise fest.
„Warum, was meinst du?“, hinterfragte ich.
„Schon dein Körper, deine Rundungen, dein schöner Busen, deine Haare, deine Haut … ich hasse meine Brüste. Sie sind zu klein. Nicht mal richtige Nippel hab ich! Und du? Tolle Knospen.“
„Nimmst du auch Anabolika?“
„Nein, niemals würde ich so’n Zeug einwerfen. Ich sehe doch an Raoul, wo das hinführt. Ich brauche nicht noch mehr Haare und keine tiefere Stimme.“
„Dann isst du bestimmt zuviel Eiweiß. Gönn dir mehr Fett, trainiere deinen Oberkörper etwas weniger, dann wird das schon. Außerdem siehst du auch so toll aus. Und jeder, der dir was anderes einreden will, tickt nicht richtig.“

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