Josie Teil 8

Ela

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Josie Teil 8

Josie Teil 8

Gero Hard

„Marc?“, fragte er, ohne weiter auf Raouls Abschied einzugehen.
„Der Kommissar, du kennst ihn doch.“
„Du meinst Herrn Westermann?“
„Ja … genau den.“
„Und wieso Marc?“
„Sie mag ihn. Wenn du mich fragst, knistert es da. Aber wehe du verrätst mich!“
Chris zog sich mit spitzen Fingern über die Lippen, so, als ob er einen Reißverschluss zuziehen würde. Natürlich konnte er sich ein verschmitztes Grinsen nicht verkneifen.
„Na dann will ich mal wieder rüber. Wollte nur, dass du dich heute Abend nicht wunderst. Sonst alles ok?“
„Alles bestens, bis auf die Tatsache, dass du mir gestern auf meinem Schambein ein paar blaue Flecken und leichte
Unterleibsschmerzen verpasst hast.“
„Das tut mir leid! Heute Abend puste ich alles weg.“, grinste er.
„Von wegen wegpusten, heute wird dein Urwald gerodet. Dann sehen wir weiter.“, warf ich ihm einen Luftkuss zu,
bevor ich mich in meine Arbeit vertiefte.

****

Kurz nach elf kam eine völlig aufgelöste Shiva in mein Büro. Dick geschwollene, rote Augen traten aus den Höhlen hervor. Schluchzend schlug sie beide Hände vor‘s Gesicht, ihr ganzer Körper zitterte wie Espenlaub.
Dieses Häufchen Elend stand völlig neben sich. Ich stand auf, ging schnell zu ihr und nahm sie fest in die Arme, in die sie sich dankbar fallen ließ. Sie wurde schwerer, weil ihre Knie drohten nachzugeben.
„Es tut so weh, Josie! Sieben lange Jahre waren wir unzertrennlich, und nun ist er weg. Nicht eine einzige Träne hat er geweint! Als wenn ich ihm nichts bedeutet habe.“, weinte sie.
„Das weiß ich besser, er hat dich sogar geliebt. Unglücklich und unsterblich.“
„Aber warum ist er denn nicht geblieben, ich versteh das nicht.“
„Weil ihr zu unterschiedlich seid. Und du hattest recht mit deiner Vermutung, dass er eifersüchtig war, wenn du andere Männer angeschleppt hast. Er konnte nicht anders, Shiva. Er wußte, dass er niemals eine reelle Chance bei dir hatte, und auch, dass du dir über kurz oder lang einen anderen suchen würdest.“
„Aber ich mochte ihn doch auch.“
„Mögen allein reicht aber nicht. Du selbst hast mir doch erzählt, was du alles bei ihm vermisst.“
„Ja, und jetzt vermisse ich den ganzen Typen.“, schluchzte sie.
Jedes Wort, mit dem ich sie trösten wollte, streute scheinbar nur noch mehr Salz in die frischen Wunden. Mit jedem Satz weinte sie ein Stück lauter, ungehemmter, sogar haltloser. Nichts war übrig geblieben, von dieser starken Frau.

Langsam schob ich sie in Richtung Zwischentür zu Chris‘ Büro, öffnete sie und schob mich mit meinem Klammeräffchen durch.
„Sieh mal Chris, was ich hier für eine jämmerliche Gestalt mitgebracht habe! Wir brauchen ein Programm zur Aufheiterung, hast du nicht ne Idee?“
„Hm, mal überlegen. Was mit dem Hubschrauber, dem Boot, Shopping, Wellness?“
„Klingt alles ganz gut. Ist es ok, wenn ich mit Shiva in meine Wohnung fahre, und das lädierte Gesicht wieder hübsch mache?“
„Na klar! Wir müssen sowieso bald mal sehen, wer deinen Job übernimmt. Du schaffst ja neuerdings nichts mehr.“, lachte er.
„Untersteh dich, meinen Platz neu zu besetzen, dann …, dann …, ach ich weiß auch nicht, überleg ich mir noch.“
„Keine Sorge, ich möchte nebenan niemand anderen als dich sitzen haben. Und nun ab durch die Mitte. Ich hol euch ab, bis dahin hab ich mir was Schönes überlegt.“

Zehn Minuten später saßen wir in meinem Audi. Shiva sah sich um, beobachtete die Menschen, die mehr oder weniger eilig über die Gehwege hasteten. Jedenfalls sah es von der Seite so aus. In Wirklichkeit nahm sie vermutlich nichts wahr. Nicht die Menschen, nicht die Geschäfte, nicht die Autos, die neben uns an den Ampeln standen. Völlig apathisch starrte sie ins Leere.
„Josie, wärst du an meiner Stelle mitgegangen? Mit ihm, zurück in die USA?“
„Ganz ehrlich? Nein, wäre ich nicht! Er ist ein Freiheitsmensch. Und ein Egoist dazu. Chris hat ihn gefragt, wegen der Anabolika. Er war nicht bereit, die Freiheit, das Training, nicht mal die Steroide für dich abzusetzen. Ihm war das alles wichtiger. Mit ihm hättest du keine dauerhafte Zukunft gehabt. Erinnerst du dich, was du mir gesagt hast? Das du langsam was Festes im Leben brauchst, dass es dir hier gefällt? Sieh nach vorn, nicht zurück. Wenn ich kann, helfe ich dir dabei so gut es eben geht.“

Ohne ein weiteres Wort nickte sie nur vor sich hin. Ihre Augen schlossen sich und ihr Kinn sank auf die Brust. In ihrem Kopf arbeitete es, was an den Falten auf der Stirn zu erkennen war, die sich bildeten und wieder verschwanden. Oder an ihren Augen, die sich unter den geschlossenen Lidern bewegten.
Dann hob sie den Kopf, öffnete die Augen, und schrie aus Leibeskräften. Markerschütternd schrill, dass es mir in den Ohren weh tat. Ihre Finger waren zur Faust geballt, krampfartig, bis die Nägel schneeweiß waren. Alles Blut war ihr in den Kopf geschossen. Knallrot im Gesicht, mit hervorgetretenen Halsschlagadern, befreite sie sich von dem Druck, der sie belastete.
Das Cabrioverdeck war offen und nur wenige Leute starrten uns kurz an, wenn überhaupt. Die meisten hoben nur müde den Kopf, um dann sofort wieder stumpf vor sich auf den Gehweg oder auf ihr Handy zu glotzen. Die wenigen, die interessiert schienen, erfassten schnell, dass hier niemandem Gewalt angetan wurde. Es hätte mich auch gewundert, wenn in dieser anonymen Stadt jemand wirklich Anteil daran genommen hätte. Schließlich ist eine schreiende Frau in einem Cabrio auch in Berlin nicht alltäglich.

Ich hatte in zweiter Reihe angehalten. Auch das war in Berlin durchaus etwas, was hier niemanden mehr wunderte. Shiva hatte aufgehört zu schreien, nachdem ich sie an den Schultern geschüttelt hatte.
„Das hat gutgetan Josie, musst du auch mal probieren! Es hat was Befreiendes. Jetzt geht es mir besser. Soll der Pisser doch bleiben, wo der Pfeffer wächst. Hast du Kaffee zu Hause? Hätt‘ ich jetzt voll Bock drauf.“
Shiva war nach dem Schrei tatsächlich wie ausgewechselt. Lächelte sogar ein wenig, als sie mich nach dem Kaffee fragte.
„Machst du das immer so?“, fragte ich entgeistert.
„Nee, war das erste Mal. Aber es hat geholfen, wieder einen klaren Kopf zu bekommen.“
„Und du denkst, Raoul verschwindet nun leichter aus deinem Kopf?“
„Raoul? Wer ist Raoul?“ lachte sie mich an. „Danke Josie, dass du mich nicht hängen lässt!“, sie lehnte sich zu mir rüber und drückte mir einen feuchten Kuss auf die Wange.
Feucht, weil ihr bei aller gespielter Fröhlichkeit, ein paar Tränen über den Mund gelaufen waren. Feucht, weil sie sich
ein paar der salzigen Tropfen mit den Lippen geangelt hatte.
„Shiva, ich verstehe ja, dass du skeptisch bist. Das hier ist alles neu, eine völlig andere Welt als die, aus der du gekommen bist. Aber ich schwöre, dass du mich so schnell nicht wieder los wirst. Zum hundertsten Mal … du kannst mir vertrauen, ich werde dir helfen so gut ich kann und immer für dich da sein. Freundinnen … verstehst du?!“
„Beste?“
„Wir sind auf einem guten Weg dahin! Doch ja, ich denke schon … beste!“, strich ich ihr die Tränen aus dem Gesicht.

****

Mit quietschenden Reifen lenkte ich das Cabrio in meine ganz private Parklücke vor dem Penthouse, fuhr das Autodach wieder zu, und hakte mich bei Shiva unter, die mir bereitwillig folgte. Sogar der Aufzug roch heute nicht so muffig wie sonst. Der Hausmeister hatte wohl irgendwo einen Duftbaum versteckt.
„Ich lass dir ne heiße Wanne ein, das entspannt!“
Irgendwo musste ich doch noch Duftkerzen haben, oder ein paar Räucherstäbchen. Es dauerte einen Moment, bis ich mich erinnert hatte. War doch schon ne ganze Weile her, dass ich mir ein Bad bei Kerzenschein, mit gutem Duft und entspannendem Öl gegönnt hatte. Shiva stand hinter mir, als ich die Wassertemperatur einstellte und begann schon sich langsam auszuziehen.
„Wenn das so weit ist, spring einfach rein, mach die Augen zu, entspann dich und lass es dir gut gehen. Ich bringe dir gleich den Kaffee, oder willst du lieber Cappuccino oder Latte Macciato?“
„Das hast du alles da?“
„Hey Hase, die Bude gehört Chris, was denkst du denn?! Die hat Vollausstattung, mit Klima und so, da ist ein Kaffeevollautomat doch wohl das mindeste!“
„Dann bitte erst einen Espresso zum klarkommen, danach bitte einen leckeren, großen Cappuccino.“
„Kommt sofort, Mylady!“, flötete ich mit einer Hand auf ihrer Hüfte, als ich an ihr vorbeiging.
„Sei nicht traurig, Shiva! Wahrscheinlich hast du alles richtig gemacht. Jetzt hast du ja uns … und vielleicht Marc.“, lächelte ich sie an.

Dann ging ich in die Küche und ließ sie mit ihren Gedanken allein. Mehr, als ihr Mut und Vertrauen zuzusprechen, konnte ich im Moment nicht tun. Uns, d.h. Chris, Franzi und mich, hatte sie auf ihrer Seite, ihren familiären Rückhalt damit sicher.
Ich ließ mir Zeit, gönnte mir auch zehn stille Minuten auf der Dachterrasse. Schnappte mir mein Handy und stöberte durch Instagram und Co. Je länger ich mich damit beschäftigte, desto länger konnte meine Sorgenqueen im Bad zur Ruhe kommen. Dazu war ein Espresso natürlich viel zu belebend und eher kontraproduktiv.
Vorsichtig machte ich die Tür auf, sehr darauf bedacht, die kleine Tasse nicht umzuwerfen. Wie sagte Chris vorhin, Raoul und sie hätten die ganze Nacht geredet? Shiva hatte den Kopf zur Seite gelegt und war tief eingeschlafen. Der Herzschmerz, das Drama auf dem Flughafen und danach, jetzt das warme Wasser und die Ruhe, hatten sie in die Traumwelt gleiten lassen.
Der scheiß kleine Löffel rutschte auf der Untertasse. Verzweifelt versuchte ich ihn auszubalancieren, bis er dann doch scheppernd auf die Fliesen fiel. Shiva zuckte erschrocken zusammen, schützte reflexartig Busen und Pussy vor fremden Blicken und atmete erleichtert auf, als sie mich erkannte. Sofort sanken auch ihre Hände und gaben ihre wirklich süßen Möpse frei.
„Ach du bist’s.“, lächelte sie.
„Wen hast du denn sonst erwartet?“
„Weiß nicht, Chris? Ne, hab geträumt, von Ra … von niemandem.“
„Kleine Schwindlerin. Ist doch logisch, dass du den nicht gleich vergessen kannst. Euch hat so viel verbunden.“
Sie setzte sich auf und nahm mir die Tasse ab.
„Beug dich ein wenig nach vorne, ich massiere dir die Schultern.“
Erst tauchte ich den kleinen Massageschwamm in das heiße Wasser, gab etwas Duschgel darauf und fuhr dann über ihre Schultern, den Nacken, dann über die Rückenpartie bis runter zu ihrem Po.
Mit leichtem Druck verteilte ich die Seife, ließ auch ihre Flanken nicht aus, berührte den Ansatz ihrer Brüste, zurück über den Rücken, wieder runter zum Po, bis ihre Haut rot angelaufen war.
Aber nicht nur dort zeigte sich eine Reaktion. Ihre Augen waren wieder geschlossen, die Atmung hatte sie ausschließlich auf den offenen Mund verlagert und ihre Nippel hatten gut einen halben Zentimeter nach vorne zugelegt.
Hart lagen die Nippel zwischen Shivas Fingern, die sich selbst verwöhnte.
Die Kaffeetasse hatte sie bedenklich nahe an den Badewannenrand gestellt, sie festzuhalten war ihr unmöglich geworden.
Ich bin definitiv keine Lesbe, das konnte ich mit absoluter Sicherheit ausschließen, aber zu sehen, wie das kleine Schätzchen unter meinen Händen geil wurde, zauberte mir ein verschmitztes Grinsen ins Gesicht. Na ja, ein bisschen scharf wurde ich auch.
„Ich lass dich wieder allein, dann kannst du …! Ach ähm, möchtest du nachher ein Kleid von mir anziehen?“
„Dann kann ich was?“, wedelte sie mit dem gestreckten Zeigefinger.
„Ach nichts, ich dachte nur.“
„Das ich es mir gleich selbst mache? Könnte schon sein, und wenn, würde es dir was ausmachen?“
„Nee, nicht das geringste. Wenn dir danach ist, dann los. Ich geh mal nachsehen, was ich Hübsches für dich finde.“

****

„Was ist’n mit Shiva?“

Chris‘ Hände hatten sich um meine Schultern herumgeschoben, die obersten zwei Knöpfe meiner Bluse geöffnet, und sich gleich mit sanftem Druck auf meine Prachtkugeln gelegt. Mit dem Daumen drückte er über meine Nippel, bis er sie hart gestreichelt hatte. Dann wurde es ein leichtes Kneifen, aber die Massage meiner Titten hörte deswegen nicht auf.
Ich legte den Kopf mit geschlossenen Augen zurück und ließ es nicht nur zu, sondern wölbte meinen Brustkorb durch.
„Wieso, was soll mit Shiva sein?“, stöhnte ich.
„Komische Geräusche aus dem Bad!“
„Sie liegt in der Wanne, vermutlich macht sie gerade bei sich selbst, was du so lieb bei mir übernommen hast. Kann gut sein, dass auch noch der eine oder andere Finger tief in ihrer Grotte steckt.“
„Hm, ja, so könnte das Sinn machen.“, lachte er. „Denkst du, eine Bootstour könnte ihr gefallen?“
„Wir können sie ja fragen, wenn sie wieder auf der Erde ist.“
„Was wollt ihr mich fragen?“, tauchte sie mit zartrosa Wangen, in einem Bademantel gehüllt hinter uns auf.
„Ob dir eine Bootstour gefallen würde.“, zog er hastig seine Hände aus meiner Bluse.
„Was ist die Alternative?“, hakte sie nach.
„Ein Rundflug mit dem Hubschrauber über Berlin mit anschließender Besichtigung in Potsdam, wenn euch das Schloss ‚Sanssouci‘ interessiert. Danach gehen wir schick essen.“
Bootstour entschied sie. „Ich möchte, dass wir Falk mitnehmen, der war Samstag so traurig, als du mit Raoul rausgefahren bist!“
„Ok. Aber ‚schick essen gehen‘ bleibt.“, entschied er, „Dann macht euch fertig!“
Tatsächlich hatte ich ein Kleid gefunden, was ihr wie angegossen passte. Es war eines von denen, die ich zur Motivation bei einer meiner letzten Diäten gekauft hatte. Eines von denen, die wir Frauen fast immer im Schrank hängen hatten, ein oder zwei Nummern zu klein. ‚Ich werde schon noch reinpassen, es ist doch so hübsch‘!
‚Frauen, ich verstehe mich ja selbst kaum, wenn ich durch die Geschäfte strolche. Sehe mir dann Sachen an, die mir niemals passen werden. Und dann lache ich über die Frauen, die bei Größe 38 stöbern, 36 kaufen, aber eigentlich 42 tragen müssten. So passiert dann, dass Frau sowas nie wegwirft.‘
Shiva hatte sich ein buntes ausgesucht, leicht auf Taille geschnitten, ansonsten luftig mit einem nicht zu großen Ausschnitt. Locker schwang der glockige Rock bei jedem Schritt hin und her, als wir zu meinem Audi gingen. In Chris‘ Sportwagen wären wir niemals zu dritt reingekommen.
Franzi hatte eine Kühltasche mit Getränken und leichten Snacks für uns alle vorbereitet. Der Knirps freute sich wie ein Schneekönig und hüpfte um unsere Beine herum.

Die Bootstour war dann wenig spektakulär und bestand aus sonnen, baden, sonnenbaden und reden. Das änderte sich schlagartig, als wir dabei waren, das Boot zu vertäuen.
Mein Handy brummte. Ein flüchtiger Blick auf das Display verriet, dass es Ela war. Ich drückte den grünen Knopf und wollte gerade meine Begrüßungsfloskel starten, als ich laute Schreie aus dem Lautsprecher hörte. Intuitiv stellte ich auf ‚laut‘. Was wir dann hörten, ging mir durch Mark und Bein. Geistesgegenwärtig schnappte sich Franzi den Jungen und zog ihn Richtung Haus.
Sven, ich kann nicht mehr …, bitte …, ich bin schon ganz wund.‘, schrie sie. ‚Halts Maul, du blöde Fotze, du fickst mit wem, so oft, und solange ich das will, hast du das verstanden?‘
Dann klatschte es zweimal und Ela schrie wieder auf. Offensichtlich hatte sie sich ein paar Backpfeifen eingefangen. Im Hintergrund waren weitere Frauen zu hören, die laut weinten oder aufschrien, um Gnade winselten, ‚nicht den Riemen …, nicht den Riemen …, bitte …, ich mach ja alles was du willst …!‘, hörten wir im Hintergrund.
Dann folgte würgen, Glucks-Geräusche, hektisches Einatmen. ‚Los Schlampe, schluck meinen Riesenschwanz, und wehe du kotzt mich voll. Aaahhh, mir kommt’s gleich, hier, friss meine Sahne…!‘
Ich legte angewidert auf! Ela hatte in ihrer Not wohl einfach meine Nummer gewählt und das Handy versteckt, nur,
damit ich mithören konnte. Mir liefen die Tränen über die Wangen. Chris stützte mich und strich mir die Haare aus dem Gesicht.
„Das reicht! Ich hab alles mitgeschnitten. Entschuldigt mich, aus dem Essen wird nichts. Bis später!“
Erst jetzt bemerkte ich, dass Shiva ihr Handy in der Hand hielt, eine Nummer wählte und schon loslief.
„Sei vorsichtig, Shiva!“, rief ich ihr nach.
Ob sie es noch gehört hatte? Ich wusste es nicht, denn da war sie schon fast an der Terrasse. Wir waren noch nicht ganz im Haus, da kam sie schon umgezogen die Treppe runtergelaufen. Schwarze Hose, schwarzes Shirt, aus dem Hosenbund über ihrem Hintern ragten die Griffschalen einer Pistole heraus und in ihrem Stiefel steckte ein Messer.
„Kann ich den Rover nehmen?“, fragte sie im Vorbeilaufen.
„Ähm, ähm, klar, der Schlüssel hängt am …!“
Weiter kam Chris nicht, weil sie sich den Schlüssel längst gegriffen hatte und die Tür hinter ihr ins Schloss gefallen war. Betroffen sahen wir uns an. „Hoffentlich macht sie keinen Blödsinn.“, sagte ich leise vor mich hin.
„Sie weiß was sie tut! Und den Kommissar hat sie auch an ihrer Seite.“, nahm er mich beruhigend in den Arm. Eine trügerische Ruhe, denn auch sein Herz raste.

Die Lust auf ein schönes Essen war uns schlagartig vergangen. Was uns blieb, war die Couch. Mein Körper zitterte am Rande eines Nervenzusammenbruchs. Keine Sekunde ließ ich das Handy aus den Augen, bei jedem Geräusch schreckte ich hoch, weil ich hoffte, dass Shiva wieder durch die Tür kam. Doch nichts dergleichen passierte.
Endlos langsam zermürbten mich die Minuten, ohne die ich ein Lebenszeichen bekam. Keine Shiva, keine Ela, auch kein Marc, der uns im schlimmsten Fall eine schlechte Nachricht überbringen musste. Wenn wir wenigstens gewusst hätten, wie ihr Plan ausgesah, dann hätten wir ansatzweise das Risiko einschätzen können.
Ängstlich klammerte ich mich an Chris, der wirklich rührend versuchte mich zu beruhigen. Leider ohne Erfolg. Das einzige, was wirklich genutzt hätte, wäre eine Umarmung von Shiva gewesen …, aber die kam nicht …, niemand kam …, die ganze schlaflose Nacht nicht.

Fortsetzung folgt …

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