Anfangs war es ihr sehr unangenehm, doch mit der Zeit sehnte sie sich jeden Bahnhof herbei, um den maskulinen Duft des Mannes einzuatmen.
Er hatte aber auch einen sehr erregenden Körpergeruch. Er roch natürlich auch nach Scheiß, was bei dieser sommerlichen Hitze nur normal war, aber in den Schweißgeruch mischte sich noch etwas Anderes. Genau konnte Daniela das nicht definieren, entweder war es sein After Shave oder sein Duschgel. Aber alles zusammen stürzte sie in ein Gefühlschaos, dem sie nichts entgegen zu setzen hatte. Sie spürte wie ihr Höschen feucht wurde und ihre Knospen sich an ihrer dünnen Bluse abzeichneten. Aber im Moment war es ihr egal, hatte sie doch diese Gefühle schon so lange Entbehren müssen.
Langsam näherten sie sich der Station, an der Daniela aussteigen musste. Nur widerstrebend löste sie sich aus der Duftwolke und wollte sich gerade an ihrem Vordermann vorbeidrücken, als sich dieser auch auf dem Weg zu Tür machte.
Innerlich jubelte Daniela auf. Wohnte dieser Prachtmann doch ganz in ihrer Nähe, was für ein Zufall.
Als sie vor der Waggontür standen, konnte sie in der spiegelnden Türscheibe endlich sein Gesicht sehen.
Die dunklen, fasst schwarzen Haare hatte sie ja schon in seinem Nacken gesehen, aber auch sein Gesicht wurde vom Schwarz dominiert. Brauen, Wimpern und Augen waren schwarz wie die Nacht und dann zierte auch noch ein dichter Vollbart sein Gesicht. Trotzdem konnte sie einen sinnlichen Mund in den wuchernden Haaren erkennen.
Plötzlich spürte sie, dass der Mann sie durch sein Spiegelbild hindurch ansah. Peinlich berührt schaute sie weg. Der Zug hielt und sie stiegen aus. In langen Schritten eilte er dem Bahnsteig entlang und entfernte sich unwiederbringlich von ihr.
Daniela wurde von einem Schauer der Kälte überrascht. Sie hatte das Gefühl etwas verloren zu haben. Langsam und sehr nachdenklich begab sie sich zur Treppe und machte sich auf den Heimweg.
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