Juan war förmlich vor diesem Weib geflüchtet. Während der ganzen Bahnfahrt und auch schon auf dem Bahnhof hatte sie ihn bedrängt. Sie hielt sich sogar an seinem Zampel fest und ließ sich von ihm in den Zug ziehen. Ihm war schon bewusst, dass die Menschenmassen, die in den Waggon einsteigen wollten, beängstigend war, aber sich an einen wildfremden Menschen klammern, ging doch etwas zu weit. Auch wenn sie sich widerholt entschuldigte, sträubten sich bei ihm die Haare. Er brauchte keine neue Beziehung, war er doch erst vor wenigen Wochen aus einer ausgebrochen.
Seine Trennung von Sofia war die größte Enttäuschung seines Lebens und er glaubte nie wieder jemanden so vorbehaltlos lieben zu können, wie Sofia.
Juan wusste nicht ob dieser körperliche Kontakt in der Bahn Absicht war, oder nur Zufall. Auf jeden Fall war es ungewöhnlich, für eine deutsche Frau. Als gebürtiger Spanier kannte er so ein Verhalten nur von den heißblütigen Spanierinnen.
Juan war 27 Jahre alt, lebte aber schon fasst 26 Jahre in Deutschland, sprach besser deutsch als spanisch. Seine Eltern waren damals als Gastarbeiter nach Hamburg gekommen und längst wieder zurück in Spanien. Doch Juan liebte Deutschland. Er hatte eine Klempner- und Installateur Lehre gemacht und war jetzt gerade dabei seinen Meister zu machen. Nur deshalb war er heute mit der Bahn unterwegs gewesen, da es an der Meisterschule keine Parkplätze gab.
Schneller als es sonst seine Art war, machte er sich auf dem Weg zu seiner Wohnung. Er ertappte sich selber bei dem Gedanken, auf der Flucht vor diesem Weib zu sein und verlangsamte seine Schritte. Irgendetwas hatte diese Frau bei ihm ausgelöst. Das zauberhafte Gesicht, mit den roten Haaren ging ihm nicht aus dem Kopf. In dem schwachen Spiegelbild der Türscheibe konnte er zwar kaum etwas erkennen, doch das was er sah hatte ihn irgendwie berührt. Er schüttelte genervt über seine Gedanken den Kopf und erreichte wenig später seine Wohnung.
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