Der Tango war mein Schicksal, das sollte ich noch schmerzlich erfahren.
*
Juan brauchte es wohl immer noch versiffter. In der Milongabar hatte er diesmal gar nicht versucht, mich in den Keller zu ziehen. Früher als sonst wollte er gehen und wir fuhren nicht zu ihm, was ich so gehofft hatte, sondern wieder zu diesem verfallenen Gewerbegebiet, in dem er diese trostlose Halle hatte. Nur dieses Mal musste ich von seinem Auto aus durch den üppigen Bewuchs und den Unrat an deren Tor vorbei in das Dunkel staksen mit meinen hohen Schuhen. Die waren schon nach ein paar Metern ruiniert, denn hier gab es nur noch schlammige Pfützen und Müll. Die Halle, in die er mich nun schleppte, war noch dreckiger als die vorherige und so weit abseits vom noch genutzten Teil des Geländes bestand hier nicht einmal mehr theoretisch die Gefahr, dass einer der Kleingewerbetreibenden vorbeikäme, schon gar nicht so spät abends. Mein Herz schlug bis zum Hals. Alles in mir sträubte sich, aber Juans starke Faust in meinem Nacken jagte mir Schauer über den Rücken und wieder erregten mich meine Angst und sein dämonischer, düsterer Blick.
Er kettete mich an an eine Maschine, die Arme und diesmal auch noch die Beine weit auseinandergezogen, den Oberkörper gebeugt. Trotz der noch verrotteteren Umgebung wich jetzt meine Angst einer hilflosen, aber soliden Verärgerung. Es war schon kühl im beginnenden Herbst und ich fror in dem zugigen Gemäuer, denn er hatte meinen Rock hochgezogen auf meine Hüften, Jäckchen und und Bluse vorne aufgerissen ohne Rücksicht auf die Knöpfe und den BH nach unten geschoben. Einen Slip trug ich ohnehin nicht. In meinen Mund stopfte er einen Knebel und band ihn grob in meinem Nacken fest. Dann ging er einfach, wenig einfallsreich, denn alles war so wie das letzte Mal, nur nicht annähernd so anregend. So stand ich da nun, allein, frierend, hilflos. Ich war wütend, so richtig wütend, auf mich, weil ich mir dieses gefallen ließ, ohne darin einen lustvollen Gewinn zu finden und auf ihn, weil er sich nichts einfallen ließ, wenn er es schon ablehnte, mich in seiner noblen Villa zu empfangen und ein wenig abseits gängiger Umgangsformen zu verwöhnen.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.