Jules Stolz

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Jules Stolz

Jules Stolz

Andreas

Jule wischte sich die Tränen ab, als jemand an die Tür ihrer Suite klopfte. Sie wollte niemanden sehen, deswegen klang ihr Tonfall noch abweisender als gewöhnlich. „Stellen sie es vor der Türe ab. Ich möchte ungestört sein!“ Jule nahm an, dass es sich um den Zimmerservice handelte, der das von ihr bestellte Frühstück brachte. „Ich bin keiner der Hotelangestellten. Sie haben mich vorhin auf dem Board gesehen und ich wollte einfach nur wissen, ob bei ihnen alles okay ist.“ Seine Stimme klang fest und bestimmt. Jules Gesicht glühte, als ihr bewusst wurde, dass er alles gesehen hatte. Andererseits war da wieder dieses Ziehen in ihrem Unterleib, das sie schon auf dem Liegestuhl nicht ignorieren konnte. Jule erhob sich von der ausladenden Spielwiese, die im Prospekt des Hotels als französisches Doppelbett angepriesen wurde. „Warten sie einen Moment, dann öffne ich ihnen die Tür!“ Jule huschte ins Badezimmer, um das derangierte Make-Up zu erneuern. Fünf Minuten später stand der Snowboarder vor ihr. Sein muskulöser Oberkörper steckte in einem himmelblauen Hemd, das er offen über der dunklen Jeans trug. Jule wurde nervös, was mit seiner Ausstrahlung zusammenhing. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. So etwas Verrücktes ist mir noch nie passiert.“, fasste sie sich ein Herz. Sie deutete auf einen Sessel, in den sich der Mann fallen ließ. „Ich habe ihr Missgeschick miterlebt und ich dachte mir, dass ich nachfragen sollte, ob sie es halbwegs verkraftet haben.“ Jule setzte sich zu ihm. „Ich heiße Jule. Darf ich ihren Namen erfahren?“ Der Mann lächelte auf gewinnende Art. „Oh, ich vergaß mich vorzustellen. Ich bin Richard, aber meine Familie nennt mich einfach nur Rick.“ Er rieb sein markantes Kinn, wobei seine Finger über den Fünf Tage-Bart strichen. „Dämmert es bei dir, Jule? Ich war damals ein paar Jahre älter als du und mit meiner Mutter im “Silver Mountain“ zu Gast.

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Gedichte auf den Leib geschrieben