Sie genoss sein unterwürfiges Verhalten fast noch mehr als die ängstlichen Blicke der jungen Servicemitarbeiterin. Die hinter ihr wartenden Gäste ignorierte sie geflissentlich, während sie auf gönnerhafte Weise antwortete.
„Obwohl es eine große Enttäuschung ist, dass meine übliche Suite schon vergeben wurde, nehme ich ihre Entschuldigung an. Ich bestehe natürlich darauf, dass so etwas nicht mehr vorkommen darf und gehe davon aus, dass sie dementsprechend Sorge tragen!“ Dann wandte sie sich der blonden Frau zu, die mehr als nur verunsichert wirkte. „Ihnen möchte ich raten, beim nächsten Mal aufmerksamer zu sein! Es sollte auch ihnen bekannt sein, dass ich in den Januarwochen das “Silver Mountain“ mit meinem Besuch beehre. Dass ich meine Suite nicht beziehen kann, ist ein absolutes Ärgernis! Sie können froh sein, dass ich zu den gutmütigen Menschen gehöre und ihnen eine neue Chance gebe.“
Der Manager berührte den Arm der zitternden Angestellten. „Es tut mir leid, gnädige Frau! Ich wollte ihnen bestimmt keine Unannehmlichkeiten bereiten. Entschuldigen sie bitte, dass ich mich bei der Buchung vertan habe. Es wird ganz bestimmt nicht mehr vorkommen!“ Die Stimme der Angestellten bebte auf ähnliche Weise wie es ihre Hände taten, die sie vor dem Bauch faltete. Es sah aus, als spreche sie ein stilles Gebet. Jule Stolz lächelte kühl. Ihr Triumph wurde durch die Übergabe der Schlüsselkarte gekrönt, die der Manager persönlich vornahm. „Die Kennedy-Suite ist der ihnen gewohnten absolut ebenbürtig. Ich verbürge mich dafür, dass es ihnen bei ihrem Aufenthalt an nichts mangelt. Wenn es dennoch einen Anlass zur Beschwerde geben sollte, bitte ich sie, sich direkt an mich zu wenden. Ich wünsche ihnen einen angenehmen Aufenthalt in unserem Haus und ich danke ihnen nochmals für ihre Nachsicht, liebe Frau Stolz!“ Herr Marti drückte einen Knopf, der in die Mahagoniplatte eingelassen war.
Jules Stolz
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