Julia

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Leif Larsson

„Für das ausgezeichnete Essen!“, rief er. „Und für den köstlichen Nachtisch!“
*
Am 15. Tag des Julius legten Arminius und Flavus ihre besten Tuniken und blau gefärbte, mit Fransen verzierte Umhänge an. Nach dem Mittagsappell machten sie sich auf den Weg nach Rom. Ihr Tribun hatte ihnen großzügig Urlaub gewährt, denn eine Einladung der Kaisertochter war wie ein Befehl von allerhöchster Stelle. Am späten Nachmittag erreichten sie das Villenviertel auf dem Quirinal und begaben sich zu dem stattlichen Anwesen, auf dem die Gattin des Tiberius residierte. Stallknechte nahmen ihre Pferde in Obhut. Ein Gardeoffizier prüfte ihre Einladung, ehe sie von einem Bediensteten höheren Ranges in das weitläufige Haus geleitet wurden. Sie querten eine geräumige, mit Bronzebüsten und Mosaiken geschmückte Vorhalle und durchschritten ein Atrium, in dessen Mitte sich Zierfische in einem Gartenteich tummelten. Schließlich wurden sie in den großen Speisesaal geführt. Lebhaftes Stimmengewirr und helles Gelächter schlug ihnen entgegen, als sie den mit festlichem Blumenschmuck ausstaffierten Saal betraten. Neugierige Blicke musterten die beiden Neuankömmlinge, die etwas verloren am Eingang standen. Velleius Paterculus, in eine vornehme weiße Toga gehüllt, trat an sie heran und erlöste sie aus ihrer Verlegenheit.
„Schön, dass ihr gekommen seid. Kommt, ich führe euch ein wenig herum, bis die Gastgeberin erscheint.“
Velleius schlenderte mit seinen Freunden zwischen kleinen Gruppen plaudernder Frauen und Männer umher. Höflich nickte er hierhin, lächelte dorthin, verteilte artig Komplimente an die Damen und tauschte launige Scherzworte mit deren Begleitern, von denen er wusste, dass es nicht immer die Ehemänner waren. Arminius und Flavus, die die anderen Gäste um mindestens eine Haupteslänge überragten, wurden als Neulinge mit großer Aufmerksamkeit begrüßt.
„Hütet euch vor den anwesenden Frauen!

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