Charlie hatte mit dem Jungen nur geknutscht, was mit ein Grund für ihre Offenheit war. Gut, Hannes hatte sie auch am Po berührt, aber das musste die Reiser ja nicht gesehen haben. Hedwig wusste tatsächlich, dass Charlotte König ihren Freund geküsst hatte.
Sie beobachtete das muntere Treiben schon länger. Nun wollte sie sehen, ob Charlotte dazu stand.
„Du hast dich doch mit deinem Freund getroffen! Sag mir bitte die ganze Wahrheit, Charlotte!!“
„Ja, Fräulein Reiser, wir haben uns aber nur kurz beim Sportplatz gesehen. Es tut mir leid, wirklich…“
Frl. Reiser lächelte, was aber nichts an der Tragweite ihrer Worte änderte. „Es ist schön, dass du nicht lügst, Charlie. Du wirst aber trotzdem eine Strafe kriegen! Du weißt, dass es nicht erlaubt ist, auf dem Internatsgelände Männerbesuche zu empfangen. Da du aber so ehrlich bist, werde ich es nicht der Direktorin melden. Bist du einverstanden, wenn ich dich selbst übers Knie lege und dir mit der flachen Hand den Popo versohle?“ Charlie war überglücklich, als sie dieses milde Urteil vernahm. Sie sagte natürlich sofort zu. Ein Popovoll von Fräulein Reiser war zwar immer mit Schmerzen verbunden, jedoch nicht mit einer bösen Rohrstockstrafe zu vergleichen. „Danke Frl. Reiser!“ Charlie meinte es ehrlich. Hedwig führte das Mädchen in die kleine Blockhütte, die sich im nahe gelegenen Wäldchen befand. Charlie machte große Augen, als Hedwig zielstrebig darauf zusteuerte. Die Lehrerin grinste. „Du glaubst wohl, dass nur ihr Mädchen diese bestimmten Orte kennt, oder Charlie?“ Charlotte errötete, sagte aber lieber kein Wort. In der kleinen Hütte hatten sie Tina verhauen! Nun öffnete Frau Reiser die Türe, die sie erst einmal auf ließ, um den Raum zu lüften.
„Puh…hier muffelt es aber!“ Hedwig wischte sich einen staubigen Stuhl ab, wofür sie ihr Taschentuch opferte. Als etwas frische Luft hineingeströmt war, machte Hedwig die Türe wieder zu.
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