Katja und der Blinde

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Katja und der Blinde

Katja und der Blinde

Anita Isiris

Bernd und Katja waren noch nicht lange ein Paar. Bernd liebte Katjas kühle, erfrischende Art über alles, zudem war sie ausserordentlich hübsch mit ihren grossen grünen Augen, den honigblonden, schulterlangen Haar, ihrem langen Hals, den meist ein Amulett schmückte und ihren für ihren BMI von 23 bemerkenswert schweren Brüsten. Katja liebte an Bernd sein maskulines Aussehen, seine Grösse von 190 cm und sein kräftiges und doch zärtliches Zupacken. Bernds kräftiges und doch zärtliches Zupacken jagte Katja immer wieder von Neuem ins Nirwana, wenn er in sie stiess, tief, gefühlvoll und leidenschaftlich. Der Sex zwischen den beiden war perfekt. Obwohl beide noch in getrennten Wohnungen lebten, verbrachten sie die Wochenenden immer häufiger in Katjas schmucker Dachwohnung mit der einladenden Kuschelecke und dem in Dachwohnungen sehr selten anzutreffenden Kamin, dem Cheminée. Behaglich streckte Bernd die Beine von sich – er hatte mal wieder eine anstrengende Woche mit anspruchsvollen Klienten hinter sich, die ihn in seinem opulenten Anwaltsbüro, wie er sagte, «belästigten». Natürlich meinte er das ironisch. Die Klienten bildeten die Basis für sein Vermögen. Aber beim Nachhauseweg überlegte er sich oft, dass der Beruf des Juristen vielleicht mehr Spass machen würde, wenn es keine Klienten gäbe, mit denen er Verträge, Übereinkünfte und Erbstreitigkeiten erörtern und aushandeln musste.
An jenem Abend trug Katja ihr dunkelgrünes Seidennachthemd, das Bernd ihr vor einigen Wochen zum Geburtstag geschenkt hatte. Es war raffiniert geschnitten und gab nicht preis, ob die Trägerin darunter nackt war oder nicht. Der Brustbereich war mit einer zweiten Stofflage leicht verstärkt – ohne dass die Stofflage aber auftrug. So blieb dem aufmerksamen Betrachter immer ein Quäntchen Fantasie. Und über die verfügte Bernd in hohem Mass. Die nackte Katja hatte sich nicht nur in seinem Gehirn eingeprägt, sondern auch tief in seinem Herzen. Also sah er durch ihr teures Seidennachthemd hindurch und wusste genau, wo sich ihre dunklen, grossen Brustwarzen befanden.
Dann stiess Katja einen leisen Überraschungsschrei aus, der das Knistern des Kaminfeuers übertönte. «Bernd…», sagte sie. «Schau mal… Oros hat mir eine Whatsapp geschrieben».
Was es mit Oros auf sich hatte, war Bernd bis zu diesem Moment nicht klar gewesen. In Bruchstücken hatte ihm Katja von ihrem Ex erzählt, etwa, als er nachbohrte, wie viele Männer sie vor ihm schon gehabt hatte. Es gibt zweierlei Männer. Solche, die alles wissen wollen, ausser einer Antwort auf genau diese Frage. Sie würde nur schmerzen. Die andere Sorte, und zu denen gehörte Bernd, war nur allzu begierig darauf, das Vorleben der Partnerin zu erfahren, und je mehr Details er in Erfahrung bringen konnte, desto geiler wurde er. Beim Sex mit Katja stellte er sich etwa vor, wie viele Schwänze sie vor ihm gehabt hatte – um dann um so lustvoller zuzustossen, von hinten oder so. Katja hatte einen veritablen Prachtarsch.
Jetzt also Oros. Das Besondere an Katjas Ex: Oros war von Geburt an blind. Was sie von Anfang an in Bann geschlagen hatte, waren seine ungewöhnlich schönen, weiten dunkelbraunen Augen. Die Pupillen reagierten nicht auf Licht und hatten beinahe denselben Farbton wie die Iris. Dadurch wirkte Oros ungemein klug, fast wie Einstein, ein ausserirdischer Philosoph oder gar E.T.. Ganze fünf Jahre lang war Katja mit Oros zusammen gewesen. Das Erstaunliche: Er fand sich derart gut in der Welt zurecht, dass er, was seine Blindheit anging, auf keinerlei Unterstützung angewiesen war. Er arbeitete als Übersetzer in einem Klinikum, das mit einer kurzen Fusstrecke von seiner Wohnung aus erreichbar war. Oros beherrschte an die 10 Sprachen fliessend und war, wie Katja sagte, ein «wandelndes DeepL». «Mein Deeplein», sagte sie zärtlich zu ihm. Und Oros war ausgesprochen empfindsam, was wohl seinem fehlenden Gesichtssinn zuzuschreiben war. Er war derart berührungssensitiv, dass ein Hauch von Katjas Berührung reichte, um bei ihm eine gewaltige Erektion auszulösen. Oros’ Schwanz war eine Legende. Noch heute stellte sich Katja den nackten Oros vor, wenn Bernd bei der Arbeit war und sie sich, auf dem Bett oder in der Badewanne liegend, einen «kleinen Tod» gönnte. Bernd war auch nicht von schlechten Eltern… aber Oros’ Gemächt war wirklich einmalig, mit seiner leichten Krümmung vorne an der Eichel.
Längst hatte Oros sein Smartphone so programmiert – oder programmieren lassen – dass er Texte mit 100%iger Fehlerfreiheit diktieren konnte – sie wurden dann in Schriftsprache umgesetzt. Eine Haptik ermöglichte es ihm, auf dem Display den «send» Knopf aufzuspüren und sich so mit der Welt in Kontakt zu halten. Neben dem haptischen, vibrierenden «send» button gab es einen «receive» Knopf. Schrieb ihm also Katja zurück, erzeugte das Smartphone ein akustisches Signal, Oros betätigte den «receive» button und die Nachricht wurde ihm vorgelesen, natürlich von einer sanften, weichen Frauenstimme, die ihm direkt ins Herz und von da in den Unterleib ging.
«Oros möchte uns besuchen». Der Satz traf Bernd wie einen Stromstoss. Klar hatte er Sex zwischen Oros und seiner geliebten Katja längst in seinem Kopfkino eingebaut – aber Kino und Realität sind zwei verschiedene Dinge. Bernd war keineswegs scharf darauf, Oros persönlich kennen zu lernen. Was wollte ein Blinder in seiner Wohnung? Klar würden sie sich in Katjas Dachwohnung treffen – aber anstandshalber sah er sich verpflichtet, Oros auch einmal in seine Suite einzuladen. Womöglich hatte Oros einen dieser seltsam-unheimlichen Blindenhunde mit dabei, und Bernd respektive dessen Reinigungsfrau würden anschliessend das Wohnzimmer staubsaugen müssen.
Aber Bernd machte gute Miene zum bösen Spiel. «Wann?», war seine lapidare Frage. «Er ist morgen um 12:10 Uhr am Bahnhof». So wurde Bernd gleich vor fertige Tatsachen gestellt. Sie würden ab dem Folgetag einen blinden Gast haben – der Teufel weiss, wie lange. Bernd entging nicht, dass an Katjas Halsausschnitt rote Flecken erschienen, und er kannte sich genügend gut mit Frauen aus, um zu ahnen, dass sie erregt war. «Du mochtest ihn, hm…?», sagte er und stellte im selben Moment fest, dass bei ihm in beginnender Eifersucht die Gedärme rumorten.
In jener Nacht hatten Bernd und Katja besonders intensiven Sex. Am Liebsten war ihr die Doggie Style Position, sie drückte ihr Kreuz durch, so weit ihr das überhaupt möglich war und bot dem geilen Bernd ihr Polöchlein, ihren Damm und ihre Vulva in elysischer Perspektive. Erst in den frühen Morgenstunden schliefen die beiden ein, eng aneinander gekuschelt, und Bernds Hand wärmte Katjas schwere Brust. Liebevoll presste sie ihren Hintern an ihn – und alles war gut in Morpheus’ Reich.

Am nächsten Morgen, Katja hatte in ihrem Outlook spontan «home office» eingetragen, fuhr sie mit einem Staublappen verträumt über ihre ohnehin schon blitzblanken Möbel. Bernd hatte vier Klienten und würde kaum vor 17:00 Uhr abends bei ihr eintrudeln. Sie hatte somit genügend Zeit, Oros eine schöne Ankunft zu bereiten. Summend zog sie sich an, summend stellte sie eine Einkaufsliste zusammen, summend bezog sie für Oros ein Bett im Gästezimmer. Wie er sich wohl verändert hatte in den letzten Monaten? Sie waren jetzt seit über einem halben Jahr getrennt.
Als sie sich dann am Bahnhof gegenüberstanden, implodierte die Zeit. Es war, als hätten sie sich erst am Vortag zum letzten Mal gesehen. Sie lagen sich in den Armen, wortlos, und Katja konnte diesen Schritt nur tun, weil sie sich in Bernds Liebe sicher und geborgen fühlte. Wie früher nahm sie Oros bei der Hand und führte ihn in ein Strassencafé. Noch immer trug er seinen für sie unwiderstehlichen Vollbart. Bärtige Männer waren eigentlich nicht ihr Ding, und Katjas Freundinnen erzählten lachend, dass Bärte beim Cunillingus kratzten. Das aber kratzte die liebe Katja beim Sex mit Oros keineswegs – sein Bart zwischen ihren Schenkeln kitzelte und steigerte jedes Mal ihre Erregung. Bernd war glattrasiert, was er wohl auch seinen Klienten schuldete.
Dann tätigte Katja im Bio-Laden um die Ecke einen Einkauf. Mehl, Milch, Oliven, Sugo, Mozzarella, Schinken… die Zutaten für eine Pizza, diesen italienischen Zauberkuchen, den, wie sie wusste, Bernd und Oros gleichermassen liebten. Dann erstand sie einen Barolo und freute sich auf einen ersten entspannten Abend mit ihren beiden Männern.
Als sie dann mit Oros in ihrer Dachwohnung stand, so gegen 14:00 Uhr, fehlten ihr einen Moment lang die Worte. Sie war doch längst keine Teenagerin mehr, wusste über Männer alles, was es zu wissen gab und war, was Männerkontakte angeht mittlerweile, mit bald 28, eher abgeklärt und unbefangen. Aber da stand nicht irgendeiner, sondern Oros, ihre verflossene grosse Liebe. Sie komplimentierte ihn aufs Sofa – als er sie bat, ihm zuerst die Wohnung zu zeigen. Katja zuckte zusammen. Klar. Der blinde Oros hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, sich immer erst orientieren zu können, wenn er in einer neuen Umgebung war. Einmal hatte ihm das geholfen – als in einer Gästewohnung ein Brand ausgebrochen war und Oros sich zielsicher durch die Haustür retten konnte – statt irgendwo im Bad oder einer Besenkammer zu landen und dort kläglich zu ersticken oder zu verbrennen. Wieder drückte Katja wortlos Oros’ Hand und zeigte ihm Küche, Bad, ihr Schlafzimmer und Oros’ Gästezimmer. «Hier duftet es herrlich», sagte Oros und wandte sich Katja zu. «Ach… das bist ja Du. Dein Parfüm. Klar. Ich dachte zuerst, es sei das frisch bezogene Bett…». Oros zog Katja eng an sich, und diese ergab sich. In einer fliessenden Bewegung schmiegte sie sich an Oros. Die beiden versanken wie frisch Verliebte in einem Zungenkuss, und es ging nicht lange, bis Oros sein ehemaliges Weibchen in Doggie Position betasten, bezüngeln und dann, bumsen durfte. Wie immer liess er sich beim Sex sehr viel Zeit und achtete darauf, dass Katja vor ihm kam. Never ever hätte der sensible Mann es ertragen, in einer Frau abzuspritzen, bevor jene in ein warmes, wonnigliches Stöhnen ausbrach und ihm mit konvulsiven Beckenbewegungen ihren – natürlich echten – Orgasmus signalisierte.

Oros und Katja duschten gemeinsam. Katja konnte nicht umhin, Oros’ eindrücklichen Schwanz zu befühlen; sinnlich spielte sie an seiner gekrümmten Eichel, so lange, bis er ein weiteres Mal kam.

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