Johan blickte über die Balkonbrüstung.
„Hallo! Suchen sie etwas? Kann ich ihnen behilflich sein?“ Der blonde Hüne schaute nach oben.
„Ich suche meine Freundin. Haben sie vielleicht eine Frau mit schulterlangen, dunklen Haaren gesehen? Sie ist Mitte zwanzig, schlank und trägt helle Jeans und eine schwarze Daunenjacke.“ Johan wirkte überzeugend, als er verneinte.
„Tut mir leid, aber außer einem Touristenpaar habe ich niemanden gesehen. Wenigstens nicht in den letzten 10 Minuten, in denen ich mir eine Zigarette auf dem Balkon gegönnt habe.“ Der Mann nickte. Er hob die Hand, ehe er den Innenhof wieder verließ. Johan wartete, bis die Frau sich hinter den Mülltonnen hervortraute. Er beugte sich erneut über die Brüstung.
„Brauchen sie Hilfe? Wenn sie möchten, komme ich zu ihnen. Warten sie einfach, bis ich da bin.“
Sie wirkte dankbar.
„Ja, das wäre sehr nett!“ Johan zog eilig Schuhe und Winterjacke an. Er steckte den Wohnungsschlüssel ein, ehe er die Treppen hinunterlief.
Johan stellte beruhigt fest, dass der unbekannte Mann verschwunden war, als er sich dem Innenhof näherte. Die junge Frau befand sich noch immer unter seinem Balkon und in der Nähe der Mülltonnen.
„Möchten sie einen Tee? Es ist ziemlich kalt heute.“ Johan war seit zwei Monaten Rentner und mit seinen 64 Jahren alt genug, um eine gewisse Vertrauenswürdigkeit auszustrahlen.
„Ich muss mich noch vorstellen. Mein Name ist Johan.“ Daraufhin streckte er ihr seine Hand entgegen.
„Ich bin Maja und ich nehme ihr Angebot gerne an. Mein ehemaliger Freund ist gestern wieder aufgetaucht und folgt mir seither. Ich möchte ihm ungern begegnen.“ Johan deutete ein Nicken an.
„Es sind nur wenige Meter bis zu meiner Wohnung. Dort können sie mir alles erzählen. Natürlich nur, wenn sie es wollen.“ Johans Lächeln beruhigte Maja.
Keine O
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