Kevin und die Künstlerin

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Kevin und die Künstlerin

Kevin und die Künstlerin

Sven Solge

“ Regine schlug sich die Hand vor den Mund. „Entschuldige das geht mich nichts an!“
Bertram lächelte feinsinnig, Frauen haben ein Gespür für Konkurrentinnen. „Ja waren wir, aber das ist schon zwei Jahre her. Als meine Frau von uns gegangen ist, habe ich mich in meiner Arbeit vergraben. In so einem kleinen Ort wie hier, gibt es viele alleinstehende Frauen und von allen Seiten hagelt es Avancen. Doch ich war noch nicht so weit, habe Kevins Mutter zu sehr geliebt. Außerdem kam Kevin nicht mit Leni zurecht und das ist mir für eine neue Beziehung sehr wichtig.“
Sie schwiegen eine ganze Weile und aßen ihr Eis. Bis Bertram plötzlich rausplatzte: „Und, bist du vergeben?“ Dieses Mal war er es, der sich entschuldigte, ob dieser persönlichen Frage!
„Nein, ich bin nicht vergeben. Ich habe für eine Partnerschaft bisher einfach zu wenig Zeit gehabt. Nach meinem Kunststudium musste ich mir erst Mal eine Existenz aufbauen. Mittlerweile kann ich aber ganz gut von meiner Arbeit leben und bin offen für alles, was da so kommt!“, sagte sie mit einem verschmitzten Lächeln und entfernte mit dem Finger etwas Sahne von Kevins Kinn und leckte ihren Finger ab.
Diese einfache, aber bedeutsame Bewegung löste bei Bertram Herzklopfen aus. Zu sehr erinnerte ihn das an Kevins Mutter. Und auch Kevin schien diese Berührung zu genießen, denn er strahlte förmlich von innen, aß aber weiter sein Eis. Zu sehr erinnerte ihn das an Kevins Mutter.
Als sie später vor dem Brodersen ankamen und sich Regine verabschieden wollte, war es wieder Kevin, der das Schicksal spielte. „Bitte, kommst du noch mit nach oben? Ich möchte dir mein Zimmer zeigen. Ich habe auch was für dich gemalt!“, fügte er noch aufgeregt hinzu.
„Ja, das solltest du tun! Er hat dir ein Bild gemalt und es im Regen draußen rumgetragen, ist jetzt ein verwaschenes Kunstwerk!“ Bertram zog seinen Jungen an sich und sagte zu ihm: „Es ist wirklich ein schönes Bild, was du für Regine gemalt hast!“

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