Als ich an einem Dienstagnachmittag etwas früher als sonst meine Arbeit verließ, freute ich mich dann tatsächlich etwas darauf sie wiederzusehen. Sie, die Verkäuferin Kim Bender. Wie beim Verkaufsgespräch im Küchenstudio vereinbart, wollte sie heute persönlich in unserer Wohnung das genaue Aufmaß machen. Wir hatten beschlossen, dass wir beide dabei sein wollten, da wir doch noch einen Änderungswunsch hatten und diesen diskutieren wollten. Kurz vor der vereinbarten Zeit erreichte ich unsere Wohnung, stellte den Wagen auf dem Parkplatz ab und ging durch das Treppenhaus nach oben. Schon als ich die Wohnungstür nur einen kleinen Spalt geöffnet hatte hörte ich es. Zuerst dachte ich ein leises Stöhnen zu hören. Ich hielt kurz inne um sicher zu gehen, dass ich mich nicht getäuscht hatte. Ich hatte mich getäuscht. Es war nicht ein Stöhnen, sondern es waren zwei. Eine Vorahnung beschlich mich und mir wurde heiß und kalt zugleich. Wollte ich wirklich wissen, was da vor sich ging? Sollte ich nicht einfach umkehren? Mich wieder ins Auto setzen und in einer halben Stunde einfach wiederkommen, so, als wäre nichts gewesen? In meinem Kopf dachte ich noch darüber nach. Mein Körper war schon weiter. Langsam und leise drückte ich die Wohnungstür hinter mir zu. Ging mit leisen, aber schnellen Schritten durch den kleinen Flur zur Wohnzimmertür, die einen Spaltbreit offenstand und mich wie magisch anzog. Hier angekommen stellte ich mir nochmal die Frage: Wollte ich wirklich wissen, was dort vor sich ging? Natürlich wollte ich das. Und wie. Ich atmete tief ein, dann blickte ich durch den Türspalt und hatte freie Sicht auf unsere Couch. Was ich sah verschlug mir den Atem. Zuerst war ich wütend, mein Magen verkrampfte sich, ebenso wie sich meine Hände zu Fäusten ballten. Die Eifersucht schien mich schier zu zerreißen. Doch da war noch ein anderes Gefühl das langsam aber sicher die Oberhand gewann.
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