Kitzler war sein Name

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Kitzler war sein Name

Kitzler war sein Name

Anita Isiris

Neben mir sass Nicole; in ihrem Kopf purzelten wohl ganz ähnliche Gedanken. Mit leicht gespreizten Beinen sass sie da und lächelte vor sich hin. Die scheue Vorstellungsrunde in der Pause machte Martin für mich definitiv zum King. Scheu war er auch noch. Dieser geile Körper… und scheu! Ob er schwul war? Egal, wir würden ihn rumkriegen, die Nicole und ich. Unser albernes Kichern hat ihn bestimmt genervt damals; Martin liess sich aber nie etwas anmerken und war unglaublich zuvorkommend uns allen gegenüber. Er hofierte sogar Andrea, die Andrea mit dem fetten Hintern und der Flaschenbodenbrille, die wohl mal Oberschwester werden würde.

Martin lebte zurückgezogen im hintersten Zimmer im langen Korridor; wir wohnten alle intern, wie man damals sagte. Die Toiletten lagen separat, nach Weiblein und Männlein getrennt. Die Duschen wurden gemeinsam benutzt. Es gab so wenige Männer hier, dass wir kaum Schlange stehen mussten – wegen Martin schon gar nicht. Er war flink wie ein Wiesel, und ich freute mich jedes Mal insgeheim am Anblick des verwaschenen violetten Badetuchs über seinen Lenden. Dann kam mein Geburtstag. Ich war praktisch mittellos an jenem 17. März und kaufte ein paar Berliner Pfannkuchen, ein paar Kerzen und drei Flaschen Lychee. Dann war ich endgültig blank und lud Martin und Nicole in meine Bude ein. Er war pünktlich und überreichte mir einen wunderschön bemalten Weinkarton. „Hast Du… das gemacht?“ fragte ich ihn scheu und fuhr über die bemalte Oberfläche. „Ähem… ja“, räusperte er sich und beschrieb mir seinen Umgang mit inneren Stimmen, die ihn zur Malerei inspirierten. Nicole rückte ganz nah an ihn heran und berührte fast seinen rechten Oberschenkel. Sie trug ein komplett durchsichtiges Top und tief sitzende, knallenge Jeans. An Nicole kam ich nicht ran – niemals. Ich trug meinen schönsten Batikrock und darunter ein violettes Höschen.

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