Klassenfahrt

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Klassenfahrt

Klassenfahrt

Johannes Seilmann

Unsere beiden anderen Hände trafen sich. Glitten zügig die Arme hinauf bis zum Hals. Und dann waren ihre Hände in meinem Gesicht, tasteten mich ab und zogen mein Gesicht zu ihrem. Wieder konnte ich nicht sagen, wer von uns dabei aktiver war. Es war ein stilles Übereinkommen. Im Dunkeln trafen sich unsere Lippen. Kurz zuckten wir zurück, wieder beide. Dann gab es keine Zurückhaltung mehr. Heftig und zugleich unsicher, zurückhaltend und unerfahren war unser Kuss. Ich zog sie an mich, diesmal war ich der Forschere. Sie gab dem sofort nach, unsere Körper berührten sich. Schnell war unser Atem, während sich unsere Zungen trafen und einen zärtlichen Tanz begannen.
„Ich würde jetzt gerne wieder Licht anmachen.“
Jäh unterbrachen wir unseren Kuss, rutschten wir verschämt auseinander. Als das Licht anging, sah ich in Reinhilds gerötetes Gesicht. Sicher war ich genauso rot. Wir hatten es geschafft, soweit voneinander wegzukommen, dass die Anderen keinen Verdacht schöpfen konnten. Und wenn doch? Es wäre auch nicht schlimm gewesen. Ein wenig peinlich vielleicht. Sie lächelte mich an, jetzt wussten wir beide, wen wir da gerade geküsst hatten. Ich zumindest war irritiert, das tat aber meiner Erregung keinen Abbruch. Reinhild stand auf, sah mich auffordernd an. Ich folgte ihr nach draußen.
Im Garten der Jugendherberge war es dunkel und die laue Sommernacht lud zum Draußensein ein. Doch soweit kamen wir gar nicht erst. Wir fanden eine Nische im Flur, in die sie mich hineinzog. Da sahen wir uns fragend an, freundlich, ein bisschen verlegen. Und jetzt? Das war die unausgesprochene Frage. Wieder gaben wir gleichzeitig die Antwort. Wie Magnete zogen wir uns an und waren gleich darauf in einem Kuss versunken. Ich streichelte ihren Rücken. Sie trug wirklich keinen BH.

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