Darunter trug sie einen blau-weiss-gepunkteten BH. Stephen bekam Stielaugen. Er hatte zu lange warten müssen. Viel zu lange. Sein Körper war bis zu den Zehenspitzen von erwartungsfreudiger Geilheit erfasst. Er wollte nur noch eins: Myriams Körper. «Zuerst spiele ich Dir etwas vor», sagte diese leise, zog ihre Bluse ganz aus und knöpfte die Jeans auf. Sie aalte sich aus der engen Hose und schlüpfte aus ihrem Slip, den BH behielt sie an. Dann setzte sie sich ans Klavier. Queen. You take my breath away. Elegisch, mit Hingabe ihres ganzen Oberkörpers, griff Myriam in die Tasten. Stephen schwieg und genoss. Er konnte seine Augen nicht von ihrem nach hinten gepressten Po lösen. Mehr Hohlkreuz ging gar nicht. Seine Erektion verhinderte beinahe, dass er aufstehen konnte. Stephen war sehr gut bestückt. Dass es hier tatsächlich um Klaviersex gehen würde, direkt im nach Spannteppichschaum und Kolophonium duftenden Musikzimmer, hätte er sich nie erträumen lassen. Sie waren im dritten Stock – von der Strasse her war wohl kaum Einsicht zu nehmen in dieses wunderbare Seitentrakt-Zimmer. Stephen entledigte sich seiner Hose und Unterhose sowie der Socken. Klar. Es gab nichts Peinlicheres als erigierte Männer in Schuhen und Socken. Das hatte ihm seine geliebte Ehefrau Julia beigebracht.
Stephen stellte sich hinter die musizierende Myriam; diese spürte den warmen, pulsierenden Männerschwanz an ihrem Rücken. You take my breath away. Stephen bewegte seine Hüften, kleine Bewegungen, aber sie hatten es in sich. Tamaras Vater war ein exzellenter Liebhaber, der seine geliebte Ehefrau Julia gerade mit dieser gewissen Langsamkeit, mit der er an die Dinge heranging, verrückt machte. Darum funktionierte der Sex auch nach Jahren noch, darum wurde Julia noch immer so schön feucht. Aber jetzt ging es nicht um Julia. Es ging um die Myriam-Welt.
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