Ich spürte, wie Stefan uns nachstarrte – bestimmt in der Hoffnung, einen Blick auf Annas süssen runden Jeanshintern zu erhaschen. Ich füllte uns Chianti-Gläser aus einer angebrochenen Flasche und gebe an dieser Stelle zu, dass ich in jener Zeit dem Alkohol sehr zugetan war. Er war mein Freund in einsamen Stunden, und er weckte meine etwas vernachlässigte Libido. Mit warmem Unterleib legte ich mich dann in mein Bett, spielte an mir, unterbrach die Fingerakrobatik, nippte am Weinglas und machte dann weiter, bis der Orgasmus endlich da war.
Jetzt aber hatte ich Anna bei mir – wir knabberten auf meinem Balkon Oliven, sprachen dem Wein zu und verbrachten einen fröhlichen Abend. Dann klingelte es. Vor der Tür stand Stefan, und er hielt mir lächelnd eine Bäckereischachtel entgegen. Stefans Lächeln war übrigens entwaffnend, und es enthielt alles – von Wärme über Verschmitztheit bis hin zu offener Begierde. Ich liess ihn eintreten, und er machte keinen Hehl daraus, wem sein Interesse galt. Ich brachte ihm einen Stuhl, und zwischen weiterem Wein, den restlichen Oliven, Espresso und dem mitgebrachten Tirami sù entfachte sich ein interessantes Gespräch über Basel und dessen Entwicklung in den letzten Jahren. Eine reiche, aber auch etwas verdorbene und dekadente Stadt.
Stefan konnte den Blick kaum von Annas Halskette lösen, was sie natürlich bemerkte. Verlegen spielte sie an ihrem Schmuck, was sie nur noch anmutiger erscheinen liess. Die Rötung in ihrem Ausschnitt war nicht zu verkennen – Anna war offensichtlich erregt, sei es wegen des Weins, sei es wegen Stefans Blicken.
Wir kamen auf Kunst zu sprechen, skizzierten in Worten unsere Lieblingsgemälde – ich etwa «die Frau am Fenster» von Salvador Dalì – und dann kamen wir aufs Thema Body Painting. Der Wein hatte uns alle sehr entspannt, und Anna verriet überraschend, dass sie ein Pinselchen oder der Strich eines Schwämmchens auf ihrem Körper sehr erregen würden.
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