Kleine Inkonsequenz

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Kleine Inkonsequenz

Kleine Inkonsequenz

Elisa

Das erste bild seiner erinnerung zeigt ihn selbst, er steht im engen, genormten badezimmer und betrachtet sich im spiegel, er sieht sein wirres haar, seinen nackten oberkörper, er fährt sich mit nassen händen durchs gesicht, trocknet sich endlich ab und geht zurück ins zimmer. Sie liegt im bett, unbedeckt, hat den rücken abgestützt mit einem kissen, sie raucht. Ihr blick ist spöttisch, so scheint es ihm, aber nicht unfreundlich, und dann fragt sie, nein, sie sagt es einfach nur..."Na Du..." und er setzt sich neben sie.
"Wann sehen wir uns wieder?" fragt er.
"Wann du willst", antwortet sie ruhig; das ist also beschlossene sache. Er streicht über ihren bauch, umkreist ihre brüste, fährt wieder hinunter zu ihrem dunklen dreieck, sie öffnet langsam die schenkel und er sieht die pforte zu seiner lust, das alles gehört jetzt ihm, denkt er, sie ist jetzt seine geliebte, sein spielzeug, seine lustpuppe, seine fremde frau, er wird sie langsam erobern erkunden immer mehr in besitz nehmen, mehr als er je einen anderen menschen in besitz genommen hat, es ist perfekt.
Und er wird ihr nicht erlauben, ihn zu besitzen.
Auf dem rückweg fühlt er sich wie ein übermütiger junge, er pfeift, singt den song mit, der gerade im radio gespielt wird, alles erscheint ihm plötzlich so leicht.
Er parkt den wagen vor dem haus ab, schließt die tür auf und geht dann zum kühlschrank, da muss noch ein bier...und steigt hinauf in sein arbeitszimmer, macht den rechner an, ruft den chat auf.
"Hallo sternenkrieger!" blinkt es, und er erstarrt: "hallo rotkäppchen" schreibt er, doch er sendet es nicht ab.

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