tauchte Anfang September ein stiller Gast auf, der sich für ein paar Tage im Aigle Noir einquartierte, verschiedenen Leuten eifrig Fragen stellte, sich viele Notizen machte, einige Objekte offen und verschiedene Leute diskret fotografierte und dann wieder verschwand. Es war ein erfahrener Detektiv, der sein Metier verstand und alle Informationen, die er benötigte, auch erhielt ohne Verdacht zu erregen. Das Dossier, das er seinem Auftraggeber Mitte September vorlegte, war umfangreich und die Stange Geld, die es gekostet hatte, durchaus wert. Die wesentlichen Beteiligten des Coups waren identifiziert, gut beschrieben und fotografiert worden. Einige sehr interessante Details ihrer Gewohnheiten waren aufgelistet. Die richtigen Namen waren nicht Janine, Guy und Marcel, aber lassen wir es dabei. Alle drei wohnten in A. Guy und Marcel waren Freunde, denen die Bar mit angeschlossenem Puff gemeinsam gehörte. Das Etablissement war in der Tat nur den Stammkunden bekannt. Die beiden bestritten ihren Lebensunterhalt mehr auf unehrliche, denn auf ehrliche Art und Weise. Von einigen Informanten wurden ihnen Kontakte zur organisierten Kriminalität unterstellt. Es schien ihnen jedenfalls nicht schlecht zu gehen, angesichts der Insignien des Wohlstands, die sie zur Schau stellten: schnelle Autos, teure Freundinnen, Goldkettchen, single malt Whisky und Markenklamotten. So richtig auffällig, polizeiauffällig, waren sie aber nicht geworden, vielleicht hatten sie bisher nur Glück oder gute Anwälte gehabt. Harmlose Zeitgenossen waren die beiden jedenfalls beileibe nicht. Janine, die selbstverständlich nicht Guy’s Cousine war, schien eher zufällig und nur zeitweise dazuzugehören. Sie war flatterhaft und immer darauf aus, an leicht verdientes Geld zu kommen, aber sie war keine Prostituierte. Ihre Freundschaft mit Guy war schon kurz nach dem Ereignis mit dem Mercedesfahrer beendet.
Knocked out
schreibt Huldreich