Die Kollegin

Geschichten vom Anfang der Sehnsucht

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Die Kollegin

Die Kollegin

Stayhungry

Ach was, ihr hemmungslos genießender Gesichtsausdruck gab zu gar nichts Anlaß außer zur Zufriedenheit.

*

Eine Zeit lang lagen wir so aneinander gekuschelt. Wir dösten, schäkerten ein wenig, waren wie selbstverständlich nackt, als wären wir schon lange vertraut. Aber alle Lust will Ewigkeit und etwas fehlte mir noch. Es war Zeit, mich endlich mit Lippenbekenntnissen ihres Unterleibs anzunehmen. Dieser unübertreffliche Geschmack hatte es mir angetan. Sie ließ mich gewähren, ihre Lust erhob sich zu einem neuen Tanz und meiner Zunge gebot sie nicht Einhalt als sie auf Wanderschaft ging. Ihren Höhepunkt erlebte ich eingeklemmt zwischen kraftvollen Schenkeln, mein Gehör war gnädig verschont.

Danach machte sie es sich tatsächlich zur Aufgabe, sich noch einmal zu revanchieren.

*

Sie hatte mich wieder und wieder gelockt, verführt, erregt, sanft, zart, bittend, nur mit Blicken flehend, wieder und wieder wuchs die Kraft, die ich schon lange verloren spürte. Ich war nicht gefordert, nicht angestrengt, nicht überfordert, ich war wieder und wieder beschenkt. Leer war ich, nur noch wenig kam, aber erfüllt war ich von Glück und mit einer fast kindlichen Freude über ihre unvorstellbare Wirkung nahm sie die letzten Tröpfchen auf, die ihre Lippen und ihre Zunge einem nur noch ansatzweise erhärteten Glied entlockten.

Erschöpft und tief befriedigt lag ich mit ihr auf dem Sofa. Nach all den Gedankenspielen der Vergangenheit hätte nun das Elend über mich hereinbrechen müssen, aber ich empfand nur ein wenig Melancholie. Ein wenig schämte ich mich auch, dass ich in der Vergangenheit stets ein so hartes Urteil über Seitenspringer gefällt hatte. Nun verstand ich es, weil mein Gefühl es verstand, nicht mein Kopf, wie es war, sich unerwartet wieder gedankenlos umfassend angenommen zu fühlen. Ich hatte nicht das Gefühl, meiner Liebsten etwas weg zu nehmen, weil es ja etwas war, was sie ohnehin nicht mehr ersehnte, nur gelegentlich, ohne schmerzende Sehnsucht durchlebt zu haben, in Anspruch nahm.

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