„Komm!“

Magische Nacht

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„Komm!“

„Komm!“

Svenja Ansbach

„Komm!“ (10.483)

Gegen Mittag decke ich liebevoll den Tisch, sogar mit Tischdeko! Dann bereite ich das Essen vor und warte auf seinen Feierabend. Gegen 14:00 Uhr sollte er eintrudeln. Als alles fertig ist, stelle ich mich in meiner schlabbrigen Jogginghose Größe XXXXL (mindestens!) ans Fenster und blicke hinaus. Langsam verzieht sich der zähe Nebel, der wie eine große weiche Decke über der Stadt liegt. Im Hintergrund ragt die Spitze des Fernsehturms längst durch die Nebeldecke, und dahinten, wo es ein wenig heller scheint, kämpft die Wintersonne gegen den Dunst an, versucht die Oberhand zu gewinnen.

Versonnen sehe ich immer noch aus dem Fenster, als er vor dem Haus vorfährt und sein Auto abstellt. Ich hatte gerade darüber nachgedacht, dass es zu „Weiblich, ledig, jung …“ eigentlich mal eine Fortsetzung geben sollte: „Schwanger, geil und willig …“. Aber wahrscheinlich gab es den schon längst, nicht von Paramount oder MGM, sondern als Ruckelfilmchen in der Rubrik „Dänische Western / Schwertschluckerfilme“.

Als er durch die Wohnungstür kommt und mich da so versonnen grinsend am Fenster stehen sieht, stutzt er kurz.
„Hej, alles gut …?“
Er kommt zu mir, um mich zu umarmen und mir einen Kuss aufzudrücken. Ich halte ihn umklammert; aus dem Küsschen wird ein ausgewachsener Kuss. Sofort schiebe ich meine Zunge in seinen Mund.

Er berüht sich. „Moment, junge Frau, ich brauche jetzt erstmal was anderes zwischen die Zähne, habe Hunger.“ Dann geht er in die Küche. Ich höre die Töpfe klappern. Der Pottkieker schaut, was es zu Essen gibt.

Ich verschwinde derweil schnell im Schlafzimmer und gehe dann hinterher. Er steht vor dem gedeckten Tisch und schenkt uns Saft ein. Als er mich kommen hört, dreht er sich um und mustert mich sichtlich erstaunt von unten bis oben, denn nun stehe ich im „Entenhausenlook“ vor ihm.

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