Königliche Samenbank

Weißes Gold - Teil 1

6 6-10 Minuten 0 Kommentare
Königliche Samenbank

Königliche Samenbank

Franck Sezelli

Bringe ihn zur Ejakulation, denn das ist deine Profession.

»Warum sind die Frauen bekleidet?«, fragte etwas konsterniert die Prinzessin, die natürlich ebenso wie die Hofdamen, die Leiterinnen und Angehörigen des Instituts und die Staatssekretärinnen nackt war, nur schmucke Sandalen trug. Cunni war allein durch einen glitzernden Brillanten im Nabel geschmückt, bei  Flora und Prunella glänzte dort ein rubinroter Stein.
»Nun, das liegt an der spezifischen Aufgabe unserer Sämer. Sie sind gewissermaßen auf weibliche Nacktheit geprägt. Anders als die normalen Spermaten Feminas reagieren sie sofort mit starker Erregung auf nackte Frauen – und das sollen sie auch. Sie müssen schließlich mehrmals am Tage Sperma liefern.« Die Anstaltsleiterin Recolta Obermann ergänzte noch: »Allerdings sind die bei uns angestellten Spermeusen und Kopulatricen, die die Lieferer betreuen, für diese tabu. Das ist ein unumstößliches und wichtiges Prinzip: Die Sämer dürfen die Angestellten von sich aus nicht berühren. Deshalb sollen sie auch nicht von ihnen durch deren Nacktheit gereizt werden und tragen Kittel in der Gegenwart der Dienenden.«
»Was geschieht hier? Sind das Abnahmen? Die Männer scheinen gar nicht sonderlich erregt.« Neugierig sah sich die Prinzessin das Treiben hinter der Glasscheibe an. Auch die begleitenden Hofdamen drückten sich fast die Nase platt und sahen dann sich und die Prinzessin ratlos an. Die Männer saßen breitbeinig auf Stühlen, deren vordere mittige Sitzfläche ausgespart war. So kamen die vor ihnen Knienden gut an ihr nach unten hängendes Gemächt und machten sich jeweils mit beiden Händen dort zu schaffen. Eine etwas ältere Frau, ebenfalls in einem langen orangen Umhang stand hinter der Gruppe und schien die Tätigkeiten zu beobachten und Anweisungen zu geben.
»Wir sind hier dabei, eine Hypothese wissenschaftlich zu überprüfen«, erläuterte die Professorin. »Es gibt die nicht unbegründete Vermutung, dass die regelmäßige Massage der Hoden die Samenproduktion in Menge und Qualität fördert. Deshalb haben wir die Insassen in zwei Gruppen geteilt. Diese zufällig ausgewählte Gruppe hier erfährt zweimal am Tag eine zehnminütige sanfte Hodenmassage, die andere Hälfte der Insassen nicht. Über einen längeren Zeitraum vergleichen wir nun bei beiden Gruppen die Parameter der Ejakulate, um diese Behauptung zu stützen oder zu verwerfen. Ich vermute, dass das Ergebnis positiv sein wird, sodass wir diese Massagen zukünftig wahrscheinlich für alle in den Tagesplan einbauen werden.«
»Wer führt diese Massagen aus?«, fragte Cunni.
»Natürlich meist unsere Angestellten. Aber manchmal – so wie heute – bekommen wir Unterstützung von der Lehranstalt. Dabei lernen die jungen künftigen Spermeusen gleich noch einiges.«

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 411

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben