„Quatsch nicht Inge, der wird kaum so doll zuhauen. Der Herr Bühler ist auch nur ein Mann. Wenn er meinen Popo vor sich sieht, denkt der an andere Dinge, als auf ihm rum zu kloppen. Keine Sorge!“
Inge war sich nicht ganz so sicher, sagte aber nichts mehr dazu. Käthes Starrsinn kannte sie ja. Wenn sie sich etwas vornahm, dann führte sie es auch zu Ende. Inge hoffte nur, dass sich ihre beste Freundin dabei nicht allzu arg den Popo verbrennt. Sie hatte so ein komisches Gefühl, was diesen Herrn Bühler betraf. Meistens lag sie richtig mit ihren Vorahnungen. Aber wenn Käthchen partout nicht auf sie hören wollte, hatte sie eben die Konsequenzen zu tragen. Es war ja nicht ihr Hintern, der dann versohlt wurde. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf Schloss Ruteberg. Doch keines der Mädchen war so neugierig auf den Lehrer wie Käthe. Alle waren gespannt sein, wie sich ihr Aufeinandertreffen gestalten würde. Käthe stand mal wieder im Mittelpunkt. Ob diese erhöhte Aufmerksamkeit etwas Gutes brachte? Inge war ziemlich skeptisch, was Käthes Zukunft betraf.
Samstags fuhr Hannes mit dem Fahrrad ins Dorf. Er strahlte übers ganze Gesicht, als er Charlotte entdeckte. Sie stand vor der Eisdiele, hielt nach ihm Ausschau. Charlie war mit Tina, Käthe und ein paar anderen Mädels gekommen. Sie hatte die Freundinnen überredet, sie ein paar Stunden alleine zu lassen. Die Ruteberger Mädels grinsten, dachten sich ihren Teil. Charlotte sah toll aus in ihrem neuen Kleid. Es war sehr hüftbetont, nach der neuesten Mode geschneidert. Der Clou war der Petticoat, den sie in mehreren Lagen darunter trug. Blies der Wind beim Fahrradfahren etwas stärker, blitzten die weißen Rüschen des Unterrocks auf. Frau Doktor fand diese Kleidung etwas gewagt, verbot sie den Schülerinnen aber nicht. In der knappen Freizeit durften sie ihre Schuluniform zuhause lassen. Hannes rannte Charlotte entgegen.
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