Sebastian fühlte sich, mit seinen fünfundzwanzig Jahren, etwas einsam. Und er wollte von Sophia, deren Name er ja nicht einmal kannte, keineswegs zum Voyeur deklassiert werden. In Sophias Seele wiederum ging das vor, was wohl in allen Frauenseelen vorgeht, wenn sie allein eine gemischte Sauna betreten. «Mein Gott… ist das peinlich… ich atme jetzt einfach mal tief durch, lege mich in eine der Saunas, bedecke meine Brüste mit einem Baumwolltuch und geniesse den Natur-Movie, der an der Decke installiert ist. Ich drifte in ein eigenes Universum ab – und verdränge einfach, dass mir der Silberhaarkopf gleich gegenüber zwischen die Beine starrt. Zum Glück ist es dunkel. Was erhofft er sich denn dort zu entdecken? Eine Spalte und sonst nicht. Was ist denn dabei, Männer»?
So legte sich also Sophia in eine der Saunas, bedeckte ihre Brüste mit einem Baumwolltuch und genoss den Natur-Movie. Sebastian folgte ihr nicht direkt. Er unternahm zuerst einen Rundgang, erkundete das Eisbad, die «relax lounge» und den Aussenbezirk. Überall Männer, und das nicht zu knapp. Selbstverständlich hatte er aber die Tür, hinter der Sophia entschwunden war, sehr gut im Auge. Er vermutete, dass sie sich dort etwa 15 Minuten lang entspannen würde. Wenn er nach der Halbzeit einträte, würde er noch immer ihren verlockenden Körper in Augenschein nehmen können. Bei diesem Gedanken versteifte sich sein Schwanz ein wenig – aber nicht so, dass es aufgefallen wäre.
Nach 7.5 Minuten war es so weit. Sebastian atmete tief durch und öffnete die Tür zum «wood and nature» Bereich. Die Bezeichnung irritierte ihn ein wenig, denn «wood» war ja auch «nature». Ja, und da lag sie, eine Holzbank im Nacken, mit angezogenen Beinen. Sebastian interessierte sich nun brennend dafür, ob die Begehrte rasiert war, Vollrasur, Teilrasur, Kunstrasur… oder «wood and nature».
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