Kostümchen

Tinas Geschichte

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Stayhungry

Denn das vorhandene Angebot dieser selbstgefälligen Herrenrunde war eben nicht so verlockend, dass ich deswegen in mein Kissen weinte! Und die paar Zicken, die da mit einstimmten, betrachtete ich nicht als Goldstandard für ein niveauvolles Liebesleben.

Mein nachdenklicher Beobachter hielt sich da raus, diese Art Gespräche hatten ihm wohl zu wenig Esprit. Aber sein interessierter, im Ertappen stets ausweichender Blick schien zu verraten, dass auch ihn die Frage beschäftigte, wie meine erotische Seite aussehen mochte. Ich gestand mir noch nicht ein, dass mir das auch über meine erotischen Tagträume hinaus durchaus nicht gleichgültig war.
*

Das Sommerfest der Abteilung wurde in einem Ausflugslokal außerhalb der Stadt ausgerichtet, und ich hatte hierzu den Erwartungen entsprechend großzügig spendiert. Die Wahl war gut getroffen: ein großer, ansprechend gestalteter Garten mit Pflanzen, bunter Beleuchtung, dazu der vielfältige Duft von gutem Essen, eine Musikkapelle und eine gut besuchte Tanzfläche verhießen an diesem herrlich lauen Sommerabend vielfältige Genüsse. Zwar gab es aus den Reihen der Biertrinkerfraktion schnell wieder diese Lästerungen, „Ball der einsamen Herzen“ usw., doch ich war voller Bewunderung für diese überwiegend älteren Damen und Herren, die ihr Leben offenkundig genießen konnten und nicht gewillt waren, die Flinte vorzeitig ins Korn zu werfen. Ich war aktuell ja auch allein, was mir nicht wirklich etwas ausmachte, mal abgesehen von den heftigen Halluzinationen während meiner Rolligkeit. Aber schön war das Alleinsein nicht so ohne Weiteres. Die meisten, denen ich zusah, waren routinierte Tänzer und Tänzerinnen.

Mein stellvertretender Abteilungsleiter, ein alter Haudegen, der schon vielen jungen Damen und Herren der akademischen Zunft als rechte Hand gedient hatte, fühlte sich gehalten, mich zum Tanz zu führen.

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