Der Alte Hans, Hans-Erwin und der Lange Bertl waren jetzt die einzigen Kunden. Sie forderten die volle Aufmerksamkeit der drei Fachleute, die rasierten, wischten, schnipselten und parfümierten. Irgendwie roch es nach Ziege.
Mit kräftigem Handschlag verabschiedeten sich die drei Krampusse eine halbe Stunde später von Edgar (und nur von ihm), dieser steckte Hans-Erwin einen Zettel mit Elianes Anschrift zu, und vorbei war der Spuk.
Tags darauf ging es schon gegen Abend, mit aller Macht war der Winter just an jenem 6. Dezember über die kleine Enklave hereingebrochen. Wasserleitungen waren geplatzt, Heizungen standen still… glücklich, wer vorgesorgt und Holz in seiner Stube aufgeschichtet hatte, doch für ewig würde das auch nicht reichen. Eliane stand halbnackt vor ihrem Spiegel und nervte sich ob ihrer Orangenhaut am Oberschenkel. Wenn diese tumben Männer bloss wüssten… Im Grunde war sie ja überhaupt nicht prüde, sie schämte sich ja bloss, dass sie in Edgars Salon ihre Figur derart preisgeben musste in den engen Klamotten. Aber, jaja, in Eliane köchelte verhalten Leidenschaft, ein kleines Feuerchen, das bisher bloss keiner zu einem Flächenbrand zu entfachen vermocht hatte. Viel fehlte aber nicht. Den Nikolaustag würde sie keinesfalls allein verbringen. Sie würde sich mit ihren drei Kolleginnen in den paar verwinkelten Strässchen amüsieren und vor den Krampussen davon rennen. Sollte sie doch einer packen! Aber diesen Gedanken liess sie nicht ganz an sich heran, als sie den BH unter ihre schweren Brüste schob und seufzte. Sie war die einzige der drei, die allein in einem kleinen Hexenhaus lebte. Die andern hatten sich bei Bauernfamilien eingemietet. Das Häuschen bot keinerlei Luxus, ausser dem bestimmt 100jährigen Steinkamin, der den kleinen Raum, in dem sie sich jetzt umzog, angenehm wärmte.
Hans-Erwins Herz schlug bis zum Hals.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.