„Sie hätten sich auch keinen besseren Platz aussuchen können ihr Fahrrad zu putzen als hier auf dem Fußweg.“
Ich schaute zu der Stimme auf und war im ersten Moment geblendet. Nicht von der Frau, sondern von der Sonne, die Genau von ihrem Kopf verdeckt wurde. Erst als ich aufgestanden war, veränderte sich mein Blickwinkel und ich konnte erkennen wer mich da so angeblafft hatte. Vor mir stand eine etwa 30jährige Frau, mit einem großen Rollkoffer an der Hand und schaute böse zu mir runter.
Auch wenn ich eben noch eine aggressive Erwiderung auf der Zunge hatte, so schluckte ich sie schnell runter, denn das was da auf mein Hindernis gestoßen war, war schlichtweg eine Traumfrau! Schlank, mit dunkelbraunen Haaren und Augen, in denen man versinken möchte, die mich jetzt aber böse anfunkelten.
„Tut mir leid, aber mein Fahrrad hat sich diesen günstigen Platz für eine Panne ausgesucht, es konnte auf die Schnelle keinen besseren Parkplatz finden. Warum gehen sie nicht einfach vorbei und lassen mich den Fehler beheben?“
„Wie denn?“ dabei deutete sie auf den PKW, der verbotener Weise mit zwei Rädern auf dem Fußweg parkte.
Den hatte ich in meinem Ärger über die Panne noch gar nicht registriert, es war wirklich sehr eng und mit ihrem Riesenkoffer kam sie da nicht durch.
„Tut mir leid, sie haben recht! Ich muss mein Fahrrad besser erziehen, sich in Zukunft einen passenderen Platz für eine Panne zu suchen!“, sagte ich mit einem spöttischen Grinsen. Das konnte ich mir einfach nicht verkneifen.
Ich klappte den Fahrradständer zur Seite und schob es an dem parkenden Wagen vorbei und machte Platz für die überaus attraktive Frau.
„Danke!“ War alles was sie von sich gab und stolzierte ohne ein weiteres Wort an mir vorbei.
Ich verfolgte sie noch mit meinen Blicken und wollte mich gerade wieder über die verflixte Kette her machen, als ich sah, wie sie in die Auffahrt einbog, die zu meinem Wohnblock führte.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.