Wahrscheinlich irgendwo zu Besuch, dachte ich. Mit einem kurzen Ruck, indem ich mit den Pedalen das Rad zurück drehte, sprang die Kette von allein wieder auf das Ritzel und ich konnte meine Fahrt fortsetzen.
Ich powerte mich so richtig aus und als ich nach gut einer Stunde in meine Auffahrt einbog, wurde ich von einem riesigen Möbelwagen abrupt gebremst.
Unsere Auffahrt zu den Garagen im hinteren Teil des Grundstücks ist ausschließlich für PKWs konzipiert und nicht für solche großen LKW.
Hinzu kam, dass an diesen Koloss kein Fußgänger, geschweige denn ich mit einem Fahrrad, vorbei kam.
Wütend schlängelte ich mich durch die Büsche über die seitliche Rabatte. Als ich dann endlich das Ende des Lasters erreicht hatte, blaffte ich die erste Person, die ich sah, an.
„Das wird teuer für sie!“, sagte ich zu dem etwas älteren Herrn auf der Hebebühne, der Umzugskartons auf die Ladefläche stellte. Der schaute mich etwas begriffsstutzig an, also ergänzte ich meine Drohung: „Diese Auffahrt ist nur für PKWs zugelassen und nicht für Laster! Außerdem kommt hier keiner der Mieter am LKW vorbei, schon gar nicht die etwas Älteren!“
Gerade wollte der ältere Herr etwas erwidern, als ich hinter mir wieder diese keifende Stimme hörte: „Papps was ist los?“
Langsam wandte ich mich um und sah in dieses verdammt schöne Gesicht. Meine Wut löste sich augenblicklich in Luft auf, als wir beide zur gleichen Zeit: „Siiiie?“, sagten.
Der ältere Herr, anscheinend der Vater dieser Schönheit, versuchte zu erklären: „Wir dürfen mit dem Möbelwagen hier nicht stehen, der LKW ist zu schwer für die Auffahrt.“
„Ach nee, kommt jetzt die Retourkutsche?“ Hörte ich wieder diese Stimme, die aber jetzt wesentlich weicher klang als vor zwei Minuten.
Ich hatte zu dem Herrn aufgeschaut und wandte mich jetzt zu der etwas zickigen Dame um: „Nein im Ernst, dass kann für sie oder dem LKW-Fahrer teuer werden.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.