Die Kratzbürste

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Die Kratzbürste

Die Kratzbürste

Sven Solge

Ich habe meinem Vater zugeschaut, als er sie abgenommen hat. Mein Vater hätte sie ja auch wieder aufgehängt, musste aber wieder zurück weil meine Mutter schwer krank ist und er sie nicht länger alleine lassen konnte.“

„Soll ich das für dich machen? Ich kenne mich damit etwas aus!“

Wieder versank ich in diesen dunklen Augen und hatte das Gefühl, dass sie bis in den hintersten Winkel meiner Gedanken schauen konnte.

„Würdest du das machen? Ich habe tatsächlich etwas Angst vor Strom.“

„Natürlich, bin doch ein hilfsbereiter Nachbar!“, sagte ich lachend und war innerlich richtig glücklich, ihr helfen zu dürfen. Wobei mir der eigentliche Grund, in ihrer Nähe sein zu dürfen, noch nicht klar war.

Wir frühstückten weiter und Mona schien wirklich Hunger zu haben, denn sie verdrückte drei Scheiben Toast und mein gekochtes Ei, das ich ihr wohlwollend überließ.

-*-

In ihrer Wohnung herrschte noch ein ziemliches Chaos. Ich konnte sehen, dass Mona die letzten Nächte auf dem Sofa geschlafen hatte, weil ihr Bett noch nicht aufgebaut war.

Die Lampen anzubringen war eine Stunde Arbeit und als sie nach und nach das Licht ein und wieder ausschalten konnte, viel mir Mona plötzlich um den Hals und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Danke, du lieber Nachbar! Ich hätte dazu den ganzen Tag gebraucht!“

Etwas verlegen löste sie sich von mir, sie war wohl von ihrer Impulsivität selber überrascht worden. Mich durchdrang ein nie gekanntes Glücksgefühl, als ich diesen schlanken Körper an mir spürte.

Gemeinsam machten wir uns nun daran, ihr großes Boxspringbett aufzubauen, weil die langen Teile zu zweit besser zu händeln waren.

Als die Matratze endlich lag und wir am Fußende unser gemeinsames Werk betrachteten, schubste Mona mich plötzlich, sodass ich rückwärts auf das Bett fiel. Meines Gleichgewichts beraubt, hielt ich mich an ihren Armen fest und zog sie mit.

Mona landete auf mir und automatisch schlank ich meine Arme um sie und hielt sie fest.

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