Krimidinner

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Krimidinner

Krimidinner

Alina Soleil

Eine Variation von geräucherten und gebeizten Edelfischen. Für Vegetarier gibt es Ziegenkäse auf Pflücksalat.

„Wir befinden uns im Jahr 1868, da war Isabel gerade 35 Jahre alt. Damals begab es sich, dass ...“

Ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen, kann mich weder auf die Story noch auf das Essen so richtig konzentrieren. Zu überwältigend sind all die Eindrücke um mich herum. Zu sehr lenkt mich diese geballte Ladung Erotik ab, die auf mich einströmt, verkörpert durch unsere freizügig bekleideten Bedienungen und all die sinnlichen Gemälde und Skulpturen, und zusätzlich angefeuert durch die subtilen Andeutungen in Ludgers Rede und die sehr deutlichen Anspielungen, die unser Geschichtenerzähler zu Beginn seiner Moderation gemacht hat. Das Ganze paart sich mehr oder weniger passend (wie man’s nimmt) mit meinem eigenen Hormonpegel. Ich spüre, wie es in meinem Schoß immer drängender zieht und pocht. Außerdem merke ich den Champagner, den ich auf nüchternen Magen getrunken habe.

Fasziniert schaue ich zu, wie perfekt uns die Schauspieler auf der kleinen Bühne kopieren und parodieren, wie sie unsere Bewegungen an der großen Tafel imitieren. Plötzlich, wie auf ein unsichtbares Kommando, verlassen alle bis auf zwei ihre Plätze und verschwinden hinter Spiegeln. Übrig bleiben ein Mann und eine Frau.

„… und so kam es“, fährt die Erzählstimme fort, „dass Sofía Troubetzkoy, eine für ihre Schönheit bekannte, enge Vertraute von Isabel, eines Abends mit José María Ruiz de Arana y Saavedra, dem Duke of Baena, einem der vielen Liebhaber von Isabel, ein Rendezvous hatte. Sofía wusste um ihre Reize und hatte den Duke sehr schnell um den Finger gewickelt.“

Die Schauspieler beginnen, die Szene mimisch umzusetzen.

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Gedichte auf den Leib geschrieben