Krimidinner

48 25-38 Minuten 3 Kommentare
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Alina Soleil


„Nach einem vorzüglichen Mahl und anregender Konversation bei Tisch demonstriert Sofía auf eindrückliche Art und Weise, dass sie sich auch hervorragend auf nonverbale Kommunikation versteht.“

Der Schauspieler, welcher José verkörpert, dreht uns den Rücken zu, während Sofía vor ihm auf die Knie geht. Ich vermute, die beiden deuten einen … Blowjob an. Echt jetzt?

„Sofía verwöhnt José mit ihren geschickten Lippen so hingebungsvoll, als wolle sie ihm mit Nachdruck beweisen, dass sie eine bessere Liebhaberin ist als Isabel.“

Die Bewegungen auf der Bühne werden eindeutiger, José ergreift Sofías Kopf und lässt genüsslich sein Becken kreisen. Jetzt bin ich irritiert. Was wollen die mit dieser Showeinlage eigentlich bezwecken? Tatsächlich dauert das schon viel zu lange für eine gespielte Andeutung, und der Typ bewegt sich auch irgendwie zu … echt. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass die jetzt wirklich seinen Penis im Mund hat. Oder etwa doch? In einem der zahllosen Spiegelbilder, wo man die Szene leicht von der Seite sehen kann, ist eindeutig ein hautfarbenes Etwas zu erkennen, das aus seinem Hosenlatz hervorsteht und in ihrem Mund verschwindet.

Mein Hirn lehnt ab, was meine Augen sehen, meine Pussy dagegen verkündet auf ihre sehr eigene, feuchtfröhliche Art ihr wachsendes Interesse an dem Geschehen.

Mein Verstand sagt: Das muss ein Kunstpenis sein.
Meine Lust sagt: Es wäre geil, wenn’s nicht so wäre.
Meine Moral sagt: Das darf man aber nicht!
Meine Angst fürchtet sich vor dem, was noch alles passieren könnte, und meine Neugierde wünscht sich ein Fernglas.

Was dann auf der Bühne passiert, lässt das Durcheinander an Stimmen und Emotionen meines inneren Teams mit einem Schlag verstummen: Der Schauspieler zieht seinen Penis aus dem Mund seiner Kollegin, macht ein paar schnelle Handbewegungen und spritzt ihr dann eine große Ladung Sperma in den weit geöffneten Mund, über ihre Nase und auf ihre Stirn.

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Traumhaft

schreibt AnMa

Was für eine, in jeder Hinsicht, traumhafte Geschichte. Alleine schon die Beschreibung des Outfits, lässt vermuten, dass gleich etwas Besonderes geschehen wird. Dann die Stimmung im Saal, ihr Empfinden das mit diesen Absätzen ‘mein Verstand sagt …, meine Lust sagt …, meine Moral sagt …, meine Angst …’ perfekt geschildert wird. Was habe ich mich darüber amüsiert! Und dann wird die Geschichte eigentlich wie zu einem Drehbuch für einen Porno, kommt aber doch nicht so daher. Ich würde es explizit erotisch nennen.Das Ende führt einen wieder zurück in die Realität … oder doch nicht? Egal, man kann nur eines sagen: wunderbar geschrieben und erzählt!

Co-Autor?

schreibt alinasoleil

Liebe Lenni,

vielen Dank für das tolle Feedback, hat mich sehr gefreut :-)
Tatsächlich schreibe ich meine Texte immer allein.
Aber ich nehm die Idee gerne auf und denke mal über Co-Produktionen nach...


Beste Grüße
Alina

Der Vorkoster

schreibt Lenni_D._Blixen

Hallo Alina, sehr schöner Erzählstil. Eine Geschichte, die sich entwickelt wie ein Pfau, der sein Rad langsam entfaltet. Deine Detailverliebtheit gefällt. Hast Du Co-Autoren gehabt? Zumindest, was die Menü-Beschreibung angeht? Da sind doch bestimmt Ali G. oder Björn F. beteiligt gewesen!? Allein die bildhafte Schilderung der Speisenfolge lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Eine Story für Genießer! Kommt in die Favoritenliste! Herzliche Grüße, Lenni

Gedichte auf den Leib geschrieben