Schnell schiebe ich mir noch eine der köstlichen Tortellini des Zwischengangs in den Mund, bevor die Teller wieder abgeräumt werden. Leider habe ich vor lauter Aufregung zu wenig gegessen und schon etwas zu viel von dem Wein getrunken, den aufmerksame Geister regelmäßig nachfüllen. Ich werde später wohl ein Taxi benötigen, selbst fahren sollte ich heute Abend nicht mehr.
Während des Hauptgangs – für Nichtvegetarier wie mich gibt es Schwertfisch mit gegrilltem mediterranem Gemüse an Pastinakenpüree – erzählt uns der Moderator eine Anekdote aus Isabels Hochzeitsnacht. Sie wurde früh mit Franz von Assisi, ihrem Cousin, verheiratet, eine politisch arrangierte Ehe. Aber Franz war mit ziemlicher Sicherheit stockschwul. Und so tauchte er in der Hochzeitsnacht mit mehr Spitzen und Rüschen im Schlafgemach auf als Braut und Bettwäsche zusammen aufzubieten hatten. Er war so stark parfümiert und trug so viele feminine Accessoires, dass Isabel die Lust verging und sie Franz frustriert aus dem ehelichen Bett geworfen haben soll. Auch das wird sehr gekonnt von zwei Schauspielern unter viel Lachen und Applaus der Gäste pantomimisch visualisiert.
„Nun, damals waren die Zeiten doch sehr heteronormativ“, schließt der Moderator mit seiner supererotischen Stimme die Story ab.
„Wäre Isabell nur ein wenig mehr El Tschi Bi Ti Kiu und was weiß ich noch alles gewesen, oder offen für eine polyamoröse Beziehung, wer weiß, vielleicht hätte es mit den beiden ein besseres Ende genommen.“
Gelächter und Applaus.
„Und nun, meine Damen und Herren, ist es Zeit, für den Höhepunkt des Abends: das Dessert, eine wahre Orgie für alle Sinne! Außerdem kommen wir, was das Rätsel dieses Krimidinners betrifft, zu dem entscheidenden Hinweis.
Meine Damen und Herren, unter Ihren Platztellern befinden sich Spielkarten, auf deren Vorderseite verschiedene Symbole abgedruckt sind.
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