Ich ahne, dass diese bizarre Veranstaltung eine für mich unangenehme Wendung nehmen könnte. Ich sitze hier mitten auf einer Bühne, umgeben von Schauspielern, werde beobachtet von mir völlig unbekannten Leuten, versteckt hinter Masken und Kostümen, und die einzigen zwei Menschen, die ich kenne, sind seit gefühlt einer Stunde nicht mehr da. Die Atmosphäre an meinem Tisch, auf der Bühne, ist im höchsten Grad surreal. Die Schauspieler in ihren prächtigen Kostümen sind nichts weiter als Spiegelbilder der anderen Gäste, deren Bewegungen sie gekonnt imitieren. Ich fühle mich wie in einem seltsamen Traum. Alles wirkt künstlich, gespielt, nicht echt. Vielleicht erklärt dieses seltsame Gefühl der Surrealität aber auch, warum ich so tiefenentspannt bleibe, als plötzlich Damien vor mir steht und mich mit seinen stahlblauen Augen unter seiner Maske fixiert. Das ist alles nicht real.
Während der Moderator den Gästen die Regeln erläutert, nach denen sie ihre Partnerkärtchen auffinden können, räumen die Dienstmädchen am Tisch hinter mir das benutzte Geschirr und die Kerzenständer weg, fegen Krümel beiseite und wischen die Tischplatte feucht ab. Aber von all dem bekomme ich nur am Rande mit, zu sehr fesselt mich Damiens durchdringender Blick.
„Königin Isabell also, wer hätte das gedacht.“ Er lächelt mich hintergründig an.
„Wenn du die Güte hättest, dich kurz zu erheben … Ich fürchte, das Personal möchte für unsere nächste Nummer etwas mehr … Platz schaffen.“
Ich kann nicht anders, als seinen Worten zu gehorchen. Kaum stehe ich, wird mein Stuhl auch schon schwungvoll einem der Chippendales zugeworfen, der ihn mühelos mit seinen starken Armen auffängt. Zeitgleich breiten vier andere Dream Boys ein großes, schwarzes Tuch auf der dunklen Holzplatte aus. Es ist aus Samt und für eine Tischdecke ungewöhnlich dick.
Krimidinner
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Krimidinner
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