Krimidinner

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Alina Soleil

Hanna und Hendrik sind ein Stück weitergefahren und stellen ihr Auto unter einem uralten Kastanienbaum ab, dessen Laub in allen bunten Farben des Herbsts leuchtet.

Ich hätte vielleicht auch besser dort geparkt, denn das Aussteigen bereitet mir in der engen Parklücke doch ein paar Schwierigkeiten, vor allem wegen des Kleides.

Nachdem ich mich endlich durch den engen Türspalt aus meinem Auto gequetscht habe, mache ich schnell noch ein Selfie. Neben dem fetten SUV sieht mein Cinquecento noch viel kleiner aus, als er eh schon ist. Aber dafür hat er die geilere Farbe: Taugrün metallic! Ich finde, das erinnert an eine italienische Eismaschine aus den 50er Jahren. Ich liebe diese Farbe. Anders als das triste Schwarz des Mercedes-Panzers. Aber jeder, wie er’s mag. Außerdem, wen kümmert ein Auto! Heute Abend zählt nur die Garderobe, und wenigstens hier kann ich punkten.

Ich muss schon sagen, ich sehe umwerfend aus in diesem prachtvollen Ballkleid im Stil des venezianischen Karnevals: üppiger, schimmernder Satin in tiefem Mitternachtsblau, dazu Lagen aus feiner Spitze und Tüll, die bei jeder Bewegung sanft rascheln. Der Saum ist mit filigranen, silbernen Stickereien verziert, die wie Blumenranken das Licht reflektieren.

Diese Verzierungen ziehen sich bis zum Mieder hinauf, das mit Perlen und kleinen Kristallen besetzt ist, die wie winzige Sterne funkeln. Über den Schultern liegt ein zarter Umhang aus transparentem, königsblauem Organza, der mit einer silbernen Federbrosche befestigt ist und leicht und fließend bis zum Boden fällt.

Ein Highlight des Kostüms ist die kunstvolle venezianische Maske, die in Silber und Blau gehalten ist, mit filigranen Mustern, winzigen Federn und funkelnden Strasssteinen. Die Maske ist mit einem elastischen Band versehen, ich muss sie also nicht die ganze Zeit vor mein Gesicht halten.

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