Krimidinner

48 25-38 Minuten 3 Kommentare
Krimidinner

Krimidinner

Alina Soleil

Mir wird schlagartig klar, dass es von Anfang an nie um eine Kriminalgeschichte ging, oder darum, ein Rätsel zu lösen, sondern immer nur um mich. Um etwas, das tief in mir verborgen ist, etwas, das ich selbst noch nicht verstehe, etwas, das erst durch das, was gleich passieren wird, was auch immer es ist ...
„Isabel!“, reißt mich Damien aus meinen Gedanken. „Schau mich bitte an, schau mir ganz tief in die Augen.“

Ich habe mal gelesen, dass Menschen, die bei Bühnenshows hypnotisiert werden, gar nicht wirklich in Trance verfallen, sondern meist sehr genau mitbekommen, was mit ihnen passiert. Sie essen Zwiebeln wie süße Äpfel oder gackern wie irre Hühner, nur deshalb, um den „Magiern“ nicht den Auftritt zu vermasseln.

Auch ich bin weit davon entfernt, die Besinnung zu verlieren. Ich sehe alles ganz klar. Könnte jederzeit damit aufhören, einfach weggehen.

Aber ich möchte das nicht....
Ich möchte nicht, dass...
Ich…
Ich möchte, dass, ...

Ich möchte das!

Ja, genau. Ich will es. Hier und jetzt!

Weil ich es liebe. Ich liebe die Hände, die mich berühren, meine nackte Haut, die Münder, die mich küssen, überall, wo ist eigentlich mein Kleid hin? Und wieso liege ich rücklings auf dickem, schwarzem Samt? Ach ja, ich erinnere mich, das muss der Tisch sein, bei den Schauspielern, auf der Bühne. Ich bin auf der Bühne.

Sie sind jetzt überall, die weichen Lippen, Hände an meinen Brüsten, ein warmer Mund an meiner nassen Möse, eine nasse Möse auf meinem Mund. Ich reibe mit meinen geschürzten Lippen den dicken Knubbel am Eingang zu dieser wundervollen heißen Grotte, streiche mit der Zunge über geschwollene Labien. Sie riecht so gut, die Frau, die auf meinem Gesicht sitzt. Sie wird gleich kommen, ich kann es fühlen, wie sie zuckt und stöhnt, ihr Saft läuft über meine Wangen.

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Traumhaft

schreibt AnMa

Was für eine, in jeder Hinsicht, traumhafte Geschichte. Alleine schon die Beschreibung des Outfits, lässt vermuten, dass gleich etwas Besonderes geschehen wird. Dann die Stimmung im Saal, ihr Empfinden das mit diesen Absätzen ‘mein Verstand sagt …, meine Lust sagt …, meine Moral sagt …, meine Angst …’ perfekt geschildert wird. Was habe ich mich darüber amüsiert! Und dann wird die Geschichte eigentlich wie zu einem Drehbuch für einen Porno, kommt aber doch nicht so daher. Ich würde es explizit erotisch nennen.Das Ende führt einen wieder zurück in die Realität … oder doch nicht? Egal, man kann nur eines sagen: wunderbar geschrieben und erzählt!

Co-Autor?

schreibt alinasoleil

Liebe Lenni,

vielen Dank für das tolle Feedback, hat mich sehr gefreut :-)
Tatsächlich schreibe ich meine Texte immer allein.
Aber ich nehm die Idee gerne auf und denke mal über Co-Produktionen nach...


Beste Grüße
Alina

Der Vorkoster

schreibt Lenni_D._Blixen

Hallo Alina, sehr schöner Erzählstil. Eine Geschichte, die sich entwickelt wie ein Pfau, der sein Rad langsam entfaltet. Deine Detailverliebtheit gefällt. Hast Du Co-Autoren gehabt? Zumindest, was die Menü-Beschreibung angeht? Da sind doch bestimmt Ali G. oder Björn F. beteiligt gewesen!? Allein die bildhafte Schilderung der Speisenfolge lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Eine Story für Genießer! Kommt in die Favoritenliste! Herzliche Grüße, Lenni

Gedichte auf den Leib geschrieben