Zuerst geschieht alles wie in Zeitlupe. Ich bekomme eine Gänsehaut, am ganzen Körper, jedes Härchen stellt sich auf. Im selben Moment beginnt es in meinen Zehen zu kribbeln und in meinen Fingerspitzen, wie tausend Ameisen. Das Prickeln breitet sich aus, läuft meine Arme und Beine entlang, jetzt auch vom Nacken die Wirbelsäule herunter. Die Wellen treffen sich in meiner Mitte, in meinem Lustzentrum, dem Ursprung allen Seins. Meine Finger berühren ein letztes Mal meine prall geschwollene Perle, und dann, endlich, komme ich. Die Anspannung aller Beinah-Höhepunkte, die Orgasmen, ich nicht erleben durfte, als ich von all diesen unbekannten, maskierten Menschen, gefingert, geleckt und gefickt wurde, all das löst sich auf in einer galaktischen Explosion. Ich muss schreien, laut schreien, laut und animalisch, wie bei einer Geburt. Der Höhepunkt ist so gewaltig, dass es fast schmerzt. Mein Körper krümmt sich, ich bäume mich auf, ich zucke und krampfe, meine Möse zuckt und krampft, Nässe läuft über meine zitternden Hände, es schüttelt mich am ganzen Leib.
Nach schier endlosen Minuten grenzenloser Ekstase komme ich wieder zu mir, immer noch heftig atmend, mit pochendem Herzen und zitternden Gliedern. Zarte Hände streicheln mich jetzt, beruhigen und liebkosen mich. Warme, feuchte Tücher wischen Schweiß und Sperma von meinem Leib, jemand hüllt mich in einen großen, flauschigen Mantel.
Ich schließe die Augen, atme tief ein und wieder aus. Und auf einmal ist da diese unendliche Entspannung, diese tiefe Ruhe und Gelöstheit. Ich fühle mich getragen, beschützt, geborgen.
* * *
Als ich die Augen wieder öffne, blendet mich ein Sonnenstrahl, der durchs offene Fenster genau in mein Gesicht scheint. Offenbar habe ich vergessen, die Rollläden zuzumachen, als ich gestern schlafen gegangen bin.
Krimidinner
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Krimidinner
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