Leider verspricht der Abend Date-technisch wenig. Wir sind ja zu einem „Krimidinner in historischen Kostümen“ eingeladen, nicht zu einer Ü30-Party. Ich bin ohne Begleitung hier und werde auf der Veranstaltung wahrscheinlich auch niemanden kennenlernen. Schließlich waren ausdrücklich die Partner mit eingeladen. Ich rechne also nicht damit, dass außer mir noch viele weitere Singles da sein werden. Und selbst wenn: Wir werden gesittet dinieren, uns mit einem Krimi-Spiel amüsieren und anschließend satt und träge wieder nach Hause fahren.
„Na, einen kleineren Parkplatz konntest du nicht finden?“, frotzelt Hanna, als sie und Hendrik bei mir ankommen. „Wieso hast du nicht neben uns geparkt?“
Ich zucke mit den Achseln und entgegne nur: „Schönes Kleid! Steht dir ganz ausgezeichnet!“
Sie hat ein ähnlich aufwändiges Kostüm an wie ich, in Samtrot, was perfekt zu ihren blonden Haaren passt.
„Du siehst auch fantastisch aus, wenn ich das sagen darf“, meint Hendrik und schenkt mir ein Lächeln. Er trägt einen Smoking, ein weißes Hemd mit verdeckter Knopfleiste und edlen Manschettenknöpfen, dazu eine schwarze Fliege und auf Hochglanz polierte Lederschuhe. Alles sehr James-Bond-like.
Hendrik wäre definitiv jemand nach meinem Beuteschema, aber er ist der Freund meiner besten Freundin und damit für mich tabu. Hanna und ich kennen uns seit der Schulzeit. Wir teilten uns zusammen eine WG, bis sie sich in Hendrik verliebte und nach kurzer Zeit bei ihm einzog. Seitdem wohne ich allein, und nachdem die Beziehung zu meinem Ex vor etwa drei Jahren in die Brüche ging, hatte ich nur wenige Dates. Ich habe mich vor allem auf meine Karriere fokussiert, fühle mich inzwischen aber schon ein wenig einsam. Ich komme praktisch kaum noch raus, und so hat mich die Aussicht auf ein wenig Abwechslung doch sehr gefreut, selbst wenn es sich dabei um ein Krimidinner handelt.
Krimidinner
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Krimidinner
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Der Vorkoster
schreibt Lenni_D._Blixen