Krimidinner

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Alina Soleil

Der Raum wird erleuchtet von unzähligen Kerzen. Kronleuchter, Stehlampen und in den Boden eingelassene Wandstrahler sorgen für ein angenehmes Wohlfühl-Ambiente. Leise Jazzmusik ertönt aus unsichtbaren Lautsprechern.

Ein wenig irritiert bin ich vom Personal: Dienstmädchen in ultrakurzen schwarzen Kleidchen mit weißen Schürzen versorgen die Gäste mit Getränken, und durchtrainierte Männer in engen Stoffhosen und nackten Oberkörpern bieten kleine Häppchen an. Ihre gut definierten Muskeln glänzen im Kerzenschein, um den Hals trägt jeder eine schwarze Fliege und an den Armen weiße Stulpen mit silbernen Cuff-Links.

Eins der Mädchen bietet uns auf einem Tablett perlenden Champagner an. Sie ist bildhübsch und blutjung. Wir greifen zu und stoßen an. Die Gläser klingen hell und edel.

„Na, was sagst du?“, fragt mich Hanna mit aufgeregter Stimme, nachdem wir an dem goldenen, für meinen Geschmack etwas zu trockenen Schaumwein genippt haben. Ihre Augen funkeln aufgeregt unter der Maske.
„Das ist echt … beeindruckend“, erwidere ich. „Wem gehört denn diese Villa? Oder sollte ich sagen: dieses Schloss?“
„Meinem Onkel. Ludger ist mein Onkel“, sagt Hendrik. „Er stammt aus dem Hause Falkenried-Wetterau, seine Frau Marion ist eine geborene von Lichtenfels. Altes Geld, viele Ländereien, aber in der Öffentlichkeit weithin unbekannt.“
„Und kein bisschen versnobt“, ergänzt Hanna. „Total nette Leute, sag ich dir.“

Plötzlich tritt ein Mann zu uns, der eine unglaubliche Aura verströmt. Er nickt Hendrik und Hanna kurz zu, wie ein alter Bekannter, und dreht sich dann zu mir um.
„Ah, guten Abend Damien“, sagt Hanna, „darf ich dir meine Freundin …“
„Es ist mir eine ausgesprochene Ehre!“, fällt er ihr ins Wort. Dabei fixiert er mich mit einem Blick, der meine Knie weich werden lässt.

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