Krimidinner

48 25-38 Minuten 3 Kommentare
Krimidinner

Krimidinner

Alina Soleil

Der Raum wird erleuchtet von unzähligen Kerzen. Kronleuchter, Stehlampen und in den Boden eingelassene Wandstrahler sorgen für ein angenehmes Wohlfühl-Ambiente. Leise Jazzmusik ertönt aus unsichtbaren Lautsprechern.

Ein wenig irritiert bin ich vom Personal: Dienstmädchen in ultrakurzen schwarzen Kleidchen mit weißen Schürzen versorgen die Gäste mit Getränken, und durchtrainierte Männer in engen Stoffhosen und nackten Oberkörpern bieten kleine Häppchen an. Ihre gut definierten Muskeln glänzen im Kerzenschein, um den Hals trägt jeder eine schwarze Fliege und an den Armen weiße Stulpen mit silbernen Cuff-Links.

Eins der Mädchen bietet uns auf einem Tablett perlenden Champagner an. Sie ist bildhübsch und blutjung. Wir greifen zu und stoßen an. Die Gläser klingen hell und edel.

„Na, was sagst du?“, fragt mich Hanna mit aufgeregter Stimme, nachdem wir an dem goldenen, für meinen Geschmack etwas zu trockenen Schaumwein genippt haben. Ihre Augen funkeln aufgeregt unter der Maske.
„Das ist echt … beeindruckend“, erwidere ich. „Wem gehört denn diese Villa? Oder sollte ich sagen: dieses Schloss?“
„Meinem Onkel. Ludger ist mein Onkel“, sagt Hendrik. „Er stammt aus dem Hause Falkenried-Wetterau, seine Frau Marion ist eine geborene von Lichtenfels. Altes Geld, viele Ländereien, aber in der Öffentlichkeit weithin unbekannt.“
„Und kein bisschen versnobt“, ergänzt Hanna. „Total nette Leute, sag ich dir.“

Plötzlich tritt ein Mann zu uns, der eine unglaubliche Aura verströmt. Er nickt Hendrik und Hanna kurz zu, wie ein alter Bekannter, und dreht sich dann zu mir um.
„Ah, guten Abend Damien“, sagt Hanna, „darf ich dir meine Freundin …“
„Es ist mir eine ausgesprochene Ehre!“, fällt er ihr ins Wort. Dabei fixiert er mich mit einem Blick, der meine Knie weich werden lässt.

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Traumhaft

schreibt AnMa

Was für eine, in jeder Hinsicht, traumhafte Geschichte. Alleine schon die Beschreibung des Outfits, lässt vermuten, dass gleich etwas Besonderes geschehen wird. Dann die Stimmung im Saal, ihr Empfinden das mit diesen Absätzen ‘mein Verstand sagt …, meine Lust sagt …, meine Moral sagt …, meine Angst …’ perfekt geschildert wird. Was habe ich mich darüber amüsiert! Und dann wird die Geschichte eigentlich wie zu einem Drehbuch für einen Porno, kommt aber doch nicht so daher. Ich würde es explizit erotisch nennen.Das Ende führt einen wieder zurück in die Realität … oder doch nicht? Egal, man kann nur eines sagen: wunderbar geschrieben und erzählt!

Co-Autor?

schreibt alinasoleil

Liebe Lenni,

vielen Dank für das tolle Feedback, hat mich sehr gefreut :-)
Tatsächlich schreibe ich meine Texte immer allein.
Aber ich nehm die Idee gerne auf und denke mal über Co-Produktionen nach...


Beste Grüße
Alina

Der Vorkoster

schreibt Lenni_D._Blixen

Hallo Alina, sehr schöner Erzählstil. Eine Geschichte, die sich entwickelt wie ein Pfau, der sein Rad langsam entfaltet. Deine Detailverliebtheit gefällt. Hast Du Co-Autoren gehabt? Zumindest, was die Menü-Beschreibung angeht? Da sind doch bestimmt Ali G. oder Björn F. beteiligt gewesen!? Allein die bildhafte Schilderung der Speisenfolge lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Eine Story für Genießer! Kommt in die Favoritenliste! Herzliche Grüße, Lenni

Gedichte auf den Leib geschrieben