Krimidinner

48 25-38 Minuten 3 Kommentare
Krimidinner

Krimidinner

Alina Soleil

In seinen stahlblauen Augen liegt eine unergründliche Tiefe, eine hypnotische, fast magische Kraft. Sein Geist dringt mühelos in mich ein, in meine Seele, schaut sich in mir um, liest meine Gedanken. Ich bin mir sicher, er kennt meinen Namen, es ist unnötig, dass man mich ihm vorstellt. Ein Mentalist, kommt es mir in den Sinn. Ein Wort, von dem ich gar nicht wusste, dass ich es kenne. Auf eine seltsame Weise scheint er mir vertraut, ganz tief in mir drin, als wäre ein Teil von ihm auch ein Teil von mir.

Damien ergreift meine Hand, und als wir uns berühren, ist es, als ginge ein kleiner Stromschlag durch mich hindurch. Plötzlich sind wir beide nackt, ich sitze mit weit geöffneten Beinen auf einer Tischkante, er steht vor mir, packt mich mit seinen Händen an der Hüfte und schiebt seinen massiven Penis in mich hinein. Seine glänzenden Bauchmuskeln spannen sich an und in meinem Schoß brennt eine fast schon schmerzhafte Lust.

„Meine Damen und Herren, darf ich Sie zu Tisch bitten?“, ertönt Ludgers Stimme von irgendwoher, und das Trugbild verschwindet schlagartig. Mein Herz schlägt mir bis zum Hals, meine Hand zittert. Damien lächelt mich an, auf eine Weise, die ich nicht deuten kann, geheimnisvoll, wissend, ein wenig furchterregend. Die Leute um uns herum setzen sich in Bewegung und wir folgen dem Tross. Als ich mich nochmal zu Damien umdrehe, ist er verschwunden. Seine Präsenz kann ich aber immer noch fühlen, wie eine warme Hand auf nackter Haut.

Zwei Männer im Frack öffnen mit weißen Handschuhen eine große Doppeltür, hinter der sich der Speisesaal befindet. In dessen Mitte steht eine endlos lange Tafel, an der mindestens fünfzig Personen oder mehr Platz finden. Der Tisch ist edel eingedeckt, mehrere silberne Kandelaber mit langen, weißen Kerzen spenden warmes Licht, ihre Flammen glitzern und spiegeln sich in den vielen Kristallgläsern, auf den goldumrandeten Tellern und auf den auf Hochglanz polierten Silberbestecken, die millimetergenau auf Platzsets aus dunkelblauem Brokat arrangiert sind.

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Traumhaft

schreibt AnMa

Was für eine, in jeder Hinsicht, traumhafte Geschichte. Alleine schon die Beschreibung des Outfits, lässt vermuten, dass gleich etwas Besonderes geschehen wird. Dann die Stimmung im Saal, ihr Empfinden das mit diesen Absätzen ‘mein Verstand sagt …, meine Lust sagt …, meine Moral sagt …, meine Angst …’ perfekt geschildert wird. Was habe ich mich darüber amüsiert! Und dann wird die Geschichte eigentlich wie zu einem Drehbuch für einen Porno, kommt aber doch nicht so daher. Ich würde es explizit erotisch nennen.Das Ende führt einen wieder zurück in die Realität … oder doch nicht? Egal, man kann nur eines sagen: wunderbar geschrieben und erzählt!

Co-Autor?

schreibt alinasoleil

Liebe Lenni,

vielen Dank für das tolle Feedback, hat mich sehr gefreut :-)
Tatsächlich schreibe ich meine Texte immer allein.
Aber ich nehm die Idee gerne auf und denke mal über Co-Produktionen nach...


Beste Grüße
Alina

Der Vorkoster

schreibt Lenni_D._Blixen

Hallo Alina, sehr schöner Erzählstil. Eine Geschichte, die sich entwickelt wie ein Pfau, der sein Rad langsam entfaltet. Deine Detailverliebtheit gefällt. Hast Du Co-Autoren gehabt? Zumindest, was die Menü-Beschreibung angeht? Da sind doch bestimmt Ali G. oder Björn F. beteiligt gewesen!? Allein die bildhafte Schilderung der Speisenfolge lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Eine Story für Genießer! Kommt in die Favoritenliste! Herzliche Grüße, Lenni

Gedichte auf den Leib geschrieben