Die Wände des Saals sind fast vollständig verspiegelt, was zu einer Kaskade von Reflexionen führt, die den Raum schier endlos erweitert und unzählige Doppelgänger der anwesenden Gäste generiert. Ein irrer Effekt.
Gegenüber dem Tisch ist eine Bühne aufgebaut, auf der ein Ausschnitt unseres Banketts nachgebildet ist, eine perfekte Kopie mit demselben Porzellan, den gleichen Gläsern und Bestecken, denselben silbernen Kerzenständern, deren Kerzen sogar auf die gleiche Länge abgebrannt sind wie die an der großen Tafel. Ich komme mir vor wie in einem Zauberkabinett.
Nach und nach nehmen alle Gäste die für sie vorgesehenen Sitzplätze ein. Hendrik, Hanna und ich wurden ziemlich genau in der Mitte der großen Tafel platziert. Zu meiner Rechten sitzt ein mir unbekannter Mann mit schwarzem Vollbart. Von uns aus hat man einen fantastischen Blick auf die Bühne gegenüber. Als endlich alle Leute auf ihren Stühlen sitzen, ergreift Ludger das Wort.
„Sehr geehrte Gäste, liebe Freunde, es ist mir eine Ehre und ein großes Vergnügen, das zehnte Krimidinner in unserem Hause zu eröffnen!“
Spontaner Applaus.
„Ja, tatsächlich, es ist schon das zehnte Event dieser Art. Ich kann mich noch sehr gut an unsere ersten Versuche erinnern. Die waren, wie soll ich sagen, ein wenig … improvisiert, nicht so … perfekt, aber immer sehr lustig. Ihr erinnert euch sicher noch an die etwas peinliche Nummer mit dem Serienmörder …“
Gelächter und wieder Applaus.
„Später wurden wir dann wesentlich professioneller, das Erlebnis jedes Mal, wie soll ich es ausdrücken … intensiver.“
Zustimmendes Murmeln.
„Zum zehnten Jubiläum habe ich mir nun etwas ganz Besonderes ausgedacht. Es sind heute nur Gäste eingeladen, die auch an unserer parallelen Veranstaltungsreihe regelmäßig teilnehmen. Ihr wisst, welche ich meine.
Krimidinner
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