Krimidinner

48 25-38 Minuten 3 Kommentare
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Alina Soleil

Nun, ein, zwei Ausnahmen gibt es, aber die gehören gewissermaßen zur erweiterten Familie.“
Hanna boxt mir in die Seite und flüstert: „Damit meint er uns.“ Ich schaue sie irritiert an, will etwas erwidern, aber Ludger redet weiter.

„Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, diesen Abend für uns alle unvergesslich zu machen. Wir haben sogar extra ein Ensemble von Schauspielern einfliegen lassen, die für uns die Szenen der heutigen Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes … verkörpern werden.“

Die Spiegel hinter der Bühne klappen auf und hervor treten unter lautem Applaus etwa ein Dutzend Männer und Frauen, es sind ganz offensichtlich die erwähnten Akteure. Sie tragen exakt die gleichen Kostüme wie all die anderen Gäste. Es ist, als würden wir uns in ihnen ein weiteres Mal spiegeln.

„Wie immer hat unsere Küche ihr Bestes gegeben und ein vorzügliches Menü für uns vorbereitet. Solltet ihr keinen Fisch oder kein Fleisch mögen, dann gebt bitte den Bedienungen Bescheid. Und wie immer werden die Gänge serviert, während wir den Worten unseres Erzählers lauschen und gemeinsam versuchen, den Fall zu lösen.
Genießt mit mir diesen Abend in allen Facetten. Ich wünsche Ihnen, euch, uns allen einen guten Appetit und eine ... ereignisreiche Nacht.“

Unter langanhaltendem Applaus bringen die Dienstmädchen und Chippendales das Horsd'œuvre, einen kleinen vegetarischen Gruß aus der Küche, der überraschend scharf ist und sofort alle meine Sinneszellen im Mund aktiviert.

Hanna neben mir ist total hibbelig, wie ein kleines Kind zu Weihnachten. Dauernd ergreift sie meine Hand, sie schwatzt und schnattert, ihr Kopf rotiert von mir zu Hendrik und wieder zurück.
„Und, wie findest du’s, gefällt’s dir?“, fragt sie mich jetzt schon zum xten Mal.

„Es ist ganz wunderbar“, versuche ich, sie zu beruhigen.

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Traumhaft

schreibt AnMa

Was für eine, in jeder Hinsicht, traumhafte Geschichte. Alleine schon die Beschreibung des Outfits, lässt vermuten, dass gleich etwas Besonderes geschehen wird. Dann die Stimmung im Saal, ihr Empfinden das mit diesen Absätzen ‘mein Verstand sagt …, meine Lust sagt …, meine Moral sagt …, meine Angst …’ perfekt geschildert wird. Was habe ich mich darüber amüsiert! Und dann wird die Geschichte eigentlich wie zu einem Drehbuch für einen Porno, kommt aber doch nicht so daher. Ich würde es explizit erotisch nennen.Das Ende führt einen wieder zurück in die Realität … oder doch nicht? Egal, man kann nur eines sagen: wunderbar geschrieben und erzählt!

Co-Autor?

schreibt alinasoleil

Liebe Lenni,

vielen Dank für das tolle Feedback, hat mich sehr gefreut :-)
Tatsächlich schreibe ich meine Texte immer allein.
Aber ich nehm die Idee gerne auf und denke mal über Co-Produktionen nach...


Beste Grüße
Alina

Der Vorkoster

schreibt Lenni_D._Blixen

Hallo Alina, sehr schöner Erzählstil. Eine Geschichte, die sich entwickelt wie ein Pfau, der sein Rad langsam entfaltet. Deine Detailverliebtheit gefällt. Hast Du Co-Autoren gehabt? Zumindest, was die Menü-Beschreibung angeht? Da sind doch bestimmt Ali G. oder Björn F. beteiligt gewesen!? Allein die bildhafte Schilderung der Speisenfolge lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Eine Story für Genießer! Kommt in die Favoritenliste! Herzliche Grüße, Lenni

Gedichte auf den Leib geschrieben