Was sie da trinke? Trinken und rauchen sind gute Einstiegsthemen. Sie sagt etwas, etwas sehr Nuscheliges, Unpräzises, nur ein paar Worte. Er versteht Bahnhof, glaubt aber Cola und Wodka herauszuhören. In ihrem Glas ist eine braune Brühe, es könnte Wodka-Cola sein oder sagt man Cola-Wodka, er weiß es nicht, er findet solche Gesöffe ohnehin ekelig und würde sich nie so was bestellen. Er trinkt Bier oder Wein, keine Cocktails, keine Schnäpse keine obskuren Mischungen.
Die Frau auf dem Hocker hat sich ganz ihrem Glas zugewendet. Sie hält es mit einer Hand fest, leicht gekippt und nippt ab und zu. Sie trinkt kleine Schlückchen mit zwei Strohhalmen, einem gelben und einem schwarzen. Mit diesen Halmen spielt sie ständig herum, taucht sie ein, zieht sie heraus, rührt und rührt und rührt. Er will witzig sein. Ob sie getrennt trinken könne, einen Strohhalm für Cola, den anderen für Wodka, den schwarzen für Cola, schwarze Halme würden schwarze Getränke anziehen und so könnte man sie gut trennen. Der Witz kommt nicht an. Die junge Frau lacht nicht, sagt nichts, hat nur weiter ihr verklärtes Lächeln, das sie wohl auch hätte, wenn er nicht neben ihr sitzen würde. Ab und zu suchen ihre Augen zwar die seinen, aber nur selten und dann wirkt ihr Blick irgendwie schelmisch. Aber meistens schaut sie nur auf ihr Glas oder hält die Augen geschlossen. Er wird einen neuen Anlauf machen müssen. Er überlegt, ob es sich überhaupt lohnt, ein Gespräch zu suchen. Wofür lohnt, denkt er, aber dann kommt er zu dem Schluss, wenn er schon hier sitzt, könnte er ja auch ein wenig reden oder flirten, wenn das gewünscht wäre, was er immer noch nicht weiß. Wo sie denn her sei? Hier aus der Stadt? Sie atmet tief auf und wieder sind ihre Worte ziemlich unverständlich, obwohl sie keine Ausländerin ist, das hat er an den paar Worten, die sie bisher von sich gab, sofort erkannt.
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