Sie prüft jedes Glas, bevor sie es in das Gestell für die Spülmaschine einräumt.
Ein Glas ist angeschlagen, sie entsorgt es. Er hörte, wie es unter der Theke zerschlagen wird und scheppernd in einem Eimer landet. Die Frau an seiner Seite beobachtet nichts und beachtet nichts. Sie scheint zu schlafen, zumindest atmet sie ganz regelmäßig, wie ein schlafendes Kind. Ob sie ihre Augen immer noch geschlossen hat, kann er nicht sehen, denn inzwischen hat sie ihr Gesicht in der Beugung seines Halses regelrecht vergraben, aber er vermutet es, denn in dieser Position könnte sie ohnehin nichts sehen, nicht einmal seinen Hemdkragen. Um zu prüfen, ob sie schläft, lässt er sein Bierglas los und berührt mit seiner Hand die ihre, die immer noch offen auf der Theke liegt, hebt ihre Finger leicht an und streichelt dann mit seinen Fingern über ihren nackten Unterarm. Keine Reaktion.
Das Guiness ist leer, er bestellt einen Grapefruitsaft. Kein zweites Bier. Ein weiteres Prinzip von ihm. Wenn er mit dem Auto unterwegs ist, trinkt er nur ein Bier oder ein Glas Wein, mehr nicht. Ob pur oder als Schorle, will die Bedienung wissen. Ja, bitte, Schorle. Der Saft schmeckt gut, weil er kalt ist. Im Glas sind viele Eiswürfel. Er macht einen neuen Versuch, mit seiner Nachbarin ins Gespräch zu kommen. Er hält ihr das Glas hin. Ob sie einen Schluck wolle? Ihre Cola-Wodka, oder heißt es Wodka-Cola sei doch bestimmt schon pisswarm. Das hier, das sei schön kühl. Sie hebt ihren Kopf ein wenig, kühle Luft dringt an seinen Hals, der durch ihre Wärme angefangen hat, zu schwitzen. Er kann nun wieder ihre Augen sehen. Sie hat sie tatsächlich geöffnet und sie lächelt auch wieder, sagt aber nichts, weder ja noch nein, weder piep noch papp. Er schiebt ihr den Strohhalm zwischen die Lippen. Sie saugt, aber nur ganz wenig, dann stößt sie ihn mit der Zunge aus dem Mund und murmelt etwas Unverständliches.
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