Küssen ist verboten

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Küssen ist verboten

Küssen ist verboten

Sven Solge

„Schreib dir die Bemerkungen auf und mach dir Notizen mit Tag und Uhrzeit. Du hast auf deinem Handy auch ein Diktiergerät, dort könntest du auch Aufnahmen machen! Das darf er nicht mitbekommen!“
Nachdem Steffi mit ihrer Freundin telefoniert hatte, machten wir uns sofort zu ihrer ehemaligen Arbeitskollegin auf den Weg.
Nachdem Steffi ihr den Fleck auch gezeigt hatte, machte die auch noch ein Foto mit ihrem Handy. „Stell dem Schwein eine Falle und wenn er es noch mal macht, knall ihm eine!“
Schon drei Tage später, gelang Stephanie sogar eine Tonaufnahme mit dem Handy. Auf dem Weg zum Chef, hatte er kurz bei ihr reingeschaut und ihr mitgeteilt, dass er mit ihr noch was zu besprechen hätte und nur kurz zum Chef müsse.
Steffi schaltete auf ihrem Handy das Diktiergerät ein und legte ihr Handy auf den Tisch und deckte es mit ein paar Papieren zu. Kaum war sie fertig hörte sie Tilo Gissur kommen, seine polterige Art war unverkennbar.
„Na, meine Süße!“, ging er gleich auf Tuchfühlung und legte ihr den Arm um die Schultern.
Stephanie versteifte sich sofort und schob seinen Arm von ihrer Schulter.
„Was ist den los, sind wir heute etwas bockig?“, sagte er mit einem süffisantem Lächeln. Er ließ sich nicht so leicht abwimmeln. Auch als Steffi zu ihm sagte: „Fass mich bitte nicht an, ich möchte das nicht!“
„Och, fühlt die Dame sich etwa auf den Schlips getreten? Und dabei wollte ich dich heute, zur Feier des Tages, zum Essen einladen!“ Dabei streichelte er ihr unverhohlen über die Schulter und fügte hinzu: „Du hast deine Einarbeitungszeit mit Bravour bestanden und dir ein Abendessen mit mir verdient!“
„Das ist nett von dir, aber ich gehe nicht mit dir Essen!“
„Ok, wer nicht will der hat schon! Ich kann auch anders!“
Keine zwei Minuten später stand er mit einem Arm voll Papieren in ihrer Tür, diese Arbeitsabrechnungen müssen heute noch eingepflegt werde, du hast ja heute Zeit, wenn du nicht mit mir Essen gehst! Oder willst du es dir noch mal überlegen?“
„Ich werde nicht mit dir Essen gehen, egal wie oft du noch fragst!“, sagte Steffi und drehte sich wieder zu ihrem Bildschirm, um ihre angefangene Statistik fortzusetzen.
„Wende dich nicht von mir ab, wenn ich mit dir rede!“ Derb packte er Steffi an der Schulter und wollte sie zu zurückdrehen, doch sie schlug ihm die Hand weg und schrie: „Ich habe gesagt, fass mich nicht!“
„Was ist denn mit dir los?“, sagte er verdutzt.
„Ich habe mich klar ausgedrückt und wiederhole es jetzt noch ein letztes Mal, ich möchte von dir nicht angefasst werden!“
„Und wenn doch? Was machst du dann?“, fragte er zynisch!
„Dann zeige ich dich wegen unsittlichen Berührens eines Schutzbefohlenen an!“
„Wie willst du das Beweisen, wir waren doch allein!“
Das werden sie dann schon sehen! Außerdem möchte ich in Zukunft von ihnen nur noch mit Frau Fleyger angesprochen werden, Herr Gissur!
Stephanie drehte sich wieder zu ihrem PC um und ließ den völlig verdutzten Gissur einfach stehen. Der grummelte etwas vor sich hin und verließ das Büro.
Stephanie und Lorenz kamen überein, nachdem er die Aufnahme gehört hatte, den Gissur anzuzeigen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass schon Steffis Vorgängerin von Herrn Gissur belästigt worden war und sie deshalb gekündigt hatte. Herr Gissur wurde fristlos entlassen.  

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