la nouvelle vague

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la nouvelle vague

la nouvelle vague

non.nemo.ridet

und weil er zwar gast und damit könig, jedoch auch ein höflicher mensch war, beschloss er, sie nicht zu unterbrechen. sicherlich würde es ohnehin nicht lange dauern, sicherlich würde sie gleich zeit haben für ihn. während er also in ihrer nähe wartete, kam er nicht umhin, zu hören, was sie sagte:

„keine ahnung weshalb, aber die chefin spinnt heute wieder mal“, verriet das mädchen eben einer oder einem vertrauten am anderen ende der leitung. „vielleicht hat sie ihre tage oder sonst irgendeinen stress. das ist mir aber auch völlig egal. ich bin keine sklavin, weißt du, ich arbeite hier aus freien stücken und deshalb muss sie mich nicht so geringschätzig behandeln. stell dir vor, da verlangt sie zuerst von mir, ziemlich unfreundlich und auch noch per sms, die tür zum kleinen keller aufzuschließen, sobald das foyer sich geleert und der film begonnen hat. per sms, verstehst du? obwohl sie selbst hier und keine fünf meter von mir entfernt ist währenddessen. was bitte soll das denn? kann diese kuh nicht einfach rüberkommen und mit mir sprechen, so wie das normale leute auch tun, anstatt eine nachricht in ihr telefon zu tippen?“
nun war sie für einige momente still, hörte zu, fuhr dann jedoch fort: „und gerade eben kommt sie doch noch her, extrem freundlich jetzt, bedankt sich für meine tolle arbeit hier und überhaupt für mein engagement – und bittet mich tatsächlich, den keller wieder zu verriegeln. hallo? wer bin ich denn? kann sie sich ihre türen bitteschön nicht selbst öffnen und versperren? reine schikane war das, wenn du mich fragst. schließlich hat sie doch auch zugang zu allen räumen! gott, ich sag´ dir, wenn das so weitergeht, suche ich mir einen neuen job.“

er grinste, hatte erfahren, was es zu erfahren gab und machte sich auf in richtung ausgang, als sie ihm hinterherrief: „pardon, hatten sie noch eine frage? kann ich was für sie tun? ist womöglich das toilettenpapier alle?“

„nein, danke“, entgegnete er, ohne sich nochmals zu ihr umzudrehen. „alles gut!“

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